Freitag, 18. März 2011

Unsere Idee "Theater auf Krankenschein" wird wahr

Irgendwann musste die Idee zünden: "Theater auf Krankenschein".

"Die Welt Online" berichtet heute (18. März 2011) und hier, wie und wo unsere Idee realisiert wird.

Erst vor wenigen Tagen hatten wir einen blog-Beitrag (auf "Drama Ministry - Netzwerk für christlichews Theater") gefunden, der über unsere Idee berichtete.

Und hier dürfen wir nochmals posten, wie es zu unserer Idee kam und was dahinter steckt.

Ach ja - wir in der Provinz .... Manchmal sind wir selbst über uns erstaunt ...

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Donnerstag, 17. März 2011

"Eh ich's vergesse ..." - Memoiren eines Nobody (Fragment 05)

Dies ist jetzt nur eine Momentaufnahme. Nichts Wesentliches im Leben eine Nobody. Vielleicht waren es knapp 60 Minuten. Ich war in Kur, an einem Ort, wo ich nicht hingehöre. Ich mir immer gesagt: Ich gehöre gar nicht hierher. Aber einfach gehen und dann den ganzen Schlamassel zahle, also da hatte ich auch keinen Bock drauf.

Und wenn die Chose dann abreisst, dann hast Du oft Situtionen zu überstehen, die Du normalerweise hasst. Da sitz ich wieder und warte. Gleich kommt die Frau Doktor, Dr. Kuzmaninov, sie leitet die "Progressive Muskelentspannung  nach ... weiß nicht mehr". Das ist jetzt schon mein vorletztes Mal. Ein paar andere sind auch noch da. Ich grüß in die Runde. Nach ner Weile, die Doktorin verspätet sich wieder, quatsch ich den Nebensitzer an.

"Moin. Ich bin der Mario. Mario Béekaff. Manchmal heiße ich auch Spocky, das kommt von Spock, Mr. Spock. Du bist der ... ah Werner. Wir duzen uns alle hier in "Vitalis". Du bist neu. Hab Dich noch nie gesehen. Vielleicht interessierts's Dich nicht, deswegen werde ich Dir mal einiges erzählen, was Du wissen musst. So nebenbei: Hier hab ich was für Dich: Ich mach heute Abend ne Dichterlesung.

Du siehst, ich hab schon ne Menge gemacht. Hätteste mir so auf Anhieb gar nicht zugetraut, was? Na schön.

Mr. Spock getauft hat mich der personal coach, den die Konzernspitze mir vor Jahren aufgedrängt hatte. Er scherzte, ich sei so eine Art Spock-Wiedergänger, womit er lustig umschreiben wollte: Ich sei skrupellos, lieblos, herzlos, kalt, irgendwie unmenschlich -  typisch Businessman. Er konstatierte: fehlende Empathie, gering entwickelte emotionale Intelligenz und daraus resultierend: mangelnde soziale Kompetenz.

„Solche Manager alten Schlages können sich moderne Unternehmen heutzutage nicht mehr leisten“, sagte er. Er wolle mir helfen, das abzustellen. Ich müsse bereit sein zu kooperieren. Im Laufe unserer Kooperation hat er mir als zentrale Maßnahme kurze Filmschnipsel vorgespielt, mit Mr. Spock als abschreckendes Beispiel.

Ich fand den gar nicht abschreckend, eher faszinierend. Sachlich, tough, brainy, zielorientiert. So hatte ich mich idealisiert immer gesehen. Ich wurde dann dazu verdonnert, mir per MP3-Player die Spock-Sprüche immer wieder zu geben. Irgendwie, irgendwann haben die Spock-Sprüche mich irgendwo dann nur noch genervt. Und war erschreckt, dass ich solche Sprüche im Alltag, im Büro und zu Hause, oft abgelassen hatte.

Zum Beispiel: Ich finde es indiskutabel, wie Sie Ihre albernen Emotionen hier zur Schau stellen.“

Ich fing an, mich dafür zu hassen. Ich fand das nicht mehr taff, rational, sachlich und verwendete die Sprüche immer seltener. Und ich sag's mal so: Ich wurde immer weniger spocky, verabschiedete mich innerlich und äußerlich von dem Typ Manager, den sich moderne Unternehmen heute nicht mehr leisten können, und – wurde etwa zwei Jahre nach Beginn der tatsächlich erfolgreichen Abschreckungs-Therapie verabschiedet. Meinen Job macht jetzt ein Jüngerer, nach allem, was ich höre, einer von der Sorte, die sich moderne Unternehmen heute nicht mehr leisten können. Faszinierend.

Na Werner, hast Du mir die Story jetzt geglaubt? Hier schönt jeder seine Biografie. Das wirst Du noch lernen. Mancher erzählen im Laufe der Kur mehrere höchst unterschiedliche Versionen.

Einige spinnen hier ganz schön rum. Faszinierend. Manchmal bin so platt, wie mein Mr. Spock, wenn er mal aufs Holodeck geht. Du wirst es ja selbst sehen, wenn Du dann ein paar Tage hier bist. Ich sag ja immer: Jeder spielt, wer's weiß, ist im Vorteil. Mein Geheimtipp: Spiele Deine Rolle, aber spiele sie bewusst. Da hapert es ja weitgehend.

Nehmen Sie doch die beiden da vorne: Die sind mit mir angekommen. Die haben sich gesucht und gefunden. Seit die hier sind, kriegen die immer wieder den Koller und proben angeblich an einem Theaterstück, der eine als Diabetes und der andere als Hepatitis. Aber die haben noch mehr als nur den einen Spleen. Der Diabetes nennt sich auch gern René und der andere, ein Wiener, Sigmund. Wahrscheinlich heißt der eine Müller, Maier oder Schulze und der andere Wondraschek. Ich werd nicht ganz schlau aus denen. Angeblich haben sie früher schon mal gemeinsame Sache gemacht, waren Komplizen, in Darmstadt, glaub ich. Vielleicht sind sie auch schizophren. Oder einfach nur bekloppt. Wenn das normale Kurgäste sind, bin ich Karl der Große."

Nachdem ich soviel erzählt hab, kriegt der Werner auch mal das Maul auf: "Sind wir nicht alle ein wenig bescheuert?"

Und wir führen das übliche Gespräch unter Fachleuten.  "Klar", sag ich. "Man darf das Leben nicht zu genau betrachten, sonst wird es unerträglich. Illusionen sind unverzichtbar. Ich werde demnächst sowas von einem Bestseller geschrieben haben... aber sowas von einem Bestseller ...  Es ist alles schon fertig in meinem Kopf und darüber hinaus bereits in Arbeit. Das Schwierigste ist ja immer der erste Satz. Die meisten Autoren kapitulieren davor. Schreib-Blockade. Oder neudeutsch Schreib-Bloggade, ha-ha, U now? Mein erster Satz steht, ist fix und fertig. Allein dieser Satz ist Garant für den Bestseller. Frag mich nicht, wie er lautet. Den verrat ich nicht. Wo doch heute alles geklaut wird, besonders geistiges Eigentum. Gut, nenn es Illusion. Aber: Solch ein Projekt verwirklichen zu wollen, das hält einen senkrecht. Man hat ein Ziel, bleibt fit im Kopf. Das ist sowas wie mentales Viagra."


Fragt der Werner: "Apropos, hast Du so ein blaues Wunder schon mal ausprobiert?"

Ich bin zwar erstaunt, dass der Typ da so direkt fragt, mach dann aber das Tor auf und sage: "Hat doch jeder schon mal – oder? Es ist doch nicht mehr wie mit 20. Ich mein, man hat nicht mehr einfach mehrere Erektionen pro Stunde."

Und er bestätigt: "Klar, das Alter, der Stress. Im allgemeinen. Job, midlife-Krise, weniger Perspektive, muss sich ja irgendwie auswirken. Männliche Wechseljahre - weshalb bin denn in Kur?"

Ich leg dann nochmal nach:  "Ich meine, Sex ist ist immer irgendwo mit Stress verbunden … vor allen Dingen, wenn man funktionieren muss. Ich hab es mal auf die veränderte Lebenssituation Situation geschoben. Sowieso weniger Testosteron. Und dann muss man sich ja eingestehen: Soooo attraktiv ist man auch nicht mehr. Es gab auch mächtig Strom in den Tapeten, als ich plötzlich sozusagen den ganzen Tag zu Hause war. Ich hab ihr wohl zuviel reingeredet, wollte zu viel umkrempeln und neu organisieren. Aus meiner Sicht lief das Unternehmen Haushalt ziemlich chaotisch. Aber Lotte wollte nix wissen von meiner Projekt-Planung und supervising. Na ja, was soll's – wir haben uns dann arrangiert, auf zwei Stockwerken, ich oben, sie Parterre. Und jetzt bin ich schon drei Wochen in Kur. Sie hat noch nicht einmal angerufen. Wenn sie ihre Katze mal nen Tag nicht sieht, dann ist das ne Katastrophe, da lamentiert und trauert sie. Mich vermisst sie nicht die Bohne. Wenn ich mal in die Kiste hüpfe, dann trauert sie einen Tag, maximal, wenn überhaupt, und gibt dann die lustige Witwe."

Die anderen sind jetzt drin bei der "Progess-Mu-Entspa". Wir sind in die Cafeteria gegangen. Reden beim Kaffee weiter. Fragt mich doch der Werner (in der Kur lassen alle schnell irgendwie die Arschbacken locker) ganz unverblümt. "Ja, habt Ihr denn noch Sex? Hast Du noch Sex?"

"Irgendwie – schon. Sowas wie … Aber da ist auch immer was Komisches. Ach verdammt, man weiß doch bei Frauen nie."

"Du sprichst ein großes Wort gelassen aus. Eigentlich weiß man nie, wo man dran ist bei ihnen. Man kriegt nicht mal richtig mit, ob's ihnen gefallen hat. Je länger man eine kennt, desto weniger ... Oder?"

"Gehst Du für sowas auch mal zum Arzt, Mario, auch wegen Vorsorge und so?"


"Klar, muss man ja. Aber selbst wenn Du nicht wolltest - Du kannst doch heutzutage den Fängen des medizinisch-industriellen Gesundheitswesen gar nicht mehr ausweichen. In den Innenstädten stolperst Du doch alle zehn Meter in eine Arztpraxis, in eine Tages-Klinik, in irgendein Ambulatorium. Und wenn Du meinst, Du hättest es geschafft, kommt ne Apotheke, von Optikern und Hörgeräteläden ganz zu schweigen."

Ich überleg die ganze Zeit, in der soviel über Gesundheit rede, ob ich nicht mal wieder eine rauchen sollte. Aber dann müsste man vor die Tür gehen. Es regnet. So kann ich eden Rückfall vermeiden. Jeep hätt ich - schon, weil mein Widerspruchsgeist geweckt wird.

Jetzt lenkt mich der Werner ab: "Wenn Du dann beim Arzt landest - die Rumhockerei in den Wartezimmern. Das ist doch schrecklich."

Hui, das ist mein Thema: "Ja, weil so viele so regelmäßig gehen. Meine Nachbarin, die geht sowas von regelmäßig: montags, mittwochs und freitags. Das war ja sogar unlängst die Schlagzeile in der BLÖD: 'Viele Alte gehen aus Langeweile zum Arzt.'  Und dann gibt’s die Profis, die machen Praxen-Hopping, nicht, um den Arzt zu wechseln, sondern die Wartezimmerbesetzung. Weil sie ihre Story schon mehrfach denselben Leuten erzählt haben und die Stories der anderen auch schon in und auswendig kennen. Wenn Du einmal anfängst, hängst Du drin: In unserem Alter muss es ja der Urologe sein. Von da zum Endokrinologen. Der schickt Dich zum Augenarzt. Und beim Hausarzt Deines Vertrauens landest Du dann irgendwann siewieso - ich auch. Wollte nur mal son bisschen Fango und Massage. Ich dachte: Da gehste hin, kriegst nen Attest und schwupps. Flöte: Der Doc fragt, warum ich das will. Ich sag: Ich sag: Ach, wissen Sie, der Rücken. Er: 'Der Rücken? Wann sind Sie das letzte Mal geröntgt worden?' - '25 Jahre....' Jetzt war ich dran. Ab in die Röhre, Computertomo-Dingsbums. Ist natürlich sau-teuer. Einmal rein und raus: 700 €. 1000 Patienten braucht's, bis sich der Apparat amortisiert hat. Ich habe zum wirtschaftlichen Nutzen beigetragen, komm zum Hausarzt zurück, der guckt sich den Befund an, sagt was von altersbedingtem Verschleiß und Schonung und verschreibt mir: Fango und Massage. Dann fragt er noch, ob ich nicht ne Kur wollte. Ich sag „Auf meine alten Tage?“ und erzähl noch, dass ich vor zwei Jahren alles probiert hab, aber alles abgelehnt wurde. Er sagt, mit dem Befund kriegt er ne Kur für mich durch. Du siehst ja: Jetzt, bloß ein Vierteljahr später bin ich hier, in Kur. Hauptanwendungen? Fango und Massage – Kostenpunkt? Ein paar lumpige Tausender."

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Montag, 14. März 2011

Mehr Lesen! Weniger posten!

Reiser-buch1
    
Bryson-buch

Was sich unsere Polit-Angestellten derzeit erlauben, geht auf keine Kuhhaut mehr.

Es lohnt nicht, darüber nachzudenken. Es ist auch sinnlos, weitere Kommentare zu posten.

Auf Twitter sind sich sowieso alle einig.

Auf Facebook trauern noch mehr dem Schaumschläger nach und ignorieren, dass er praktisch von allen Experten als Lusche qualifiziert wird.

Bleibt mir am Schluss der Appell:

Schreibt nicht soviel!
Lest mehr!

Zum Beispiel
Bill Bryson: "Eine kurze Geschichte von fast allem", Goldmann Verlag, ISBN-13: 978-3442460717

oder:
Wolf Reiser: "Die ganze Wahrheit über Stuttgart 21", Scorpio-Verlag, 2011, ISBN 978-3-942166-26-3

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Sonntag, 6. März 2011

Wer gehört nicht in diese Elf?

Kenner des FC Bayern werden es leicht haben, für die anderen ist es vielleicht etwas schwerer. Wir haben elf Namen aufgeführt, einer tanzt dabei aus der Reihe. Wer ist es?

Bitte hier klicken.

Wer mag, kann im Kommentar weitere Namen anführen von Spielern, welche in dieser Mannschaft auf der Ersatzbank sitzen könnten.

 

 

 

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Montag, 28. Februar 2011

Defibrillator

Gerade sitz ich da und mach mir Gedanken, da klingelt das Telefon. Eine äußerst säuselnde, schnellsprechende Stimme ... Alarm! Wer will mir was verkaufen? Die Schnellsprecherin (gepitcht à la "zu Risiken und Nebenwirkungen bla-bla-bla ...") will mir einen Defibrillator andrehen, fürs Theater. Bei mir rattert's. Spielen wir Sachen, bei denen jemand in Schockstarre fällt und ich so ein Ding brauche? Kann ich (einen Theaterarzt haben wir ja gar nicht) das überhaupt handhaben?

Ich unterbrech die Stimme ruck-zuck und reflexartig, wie immer, wenn ich so unzweideutige Angebote bekomme. Oder soll ich Offerten sagen?  Latein soll ja wieder boomen, les ich heute Morgen im Lokalblatt. Und da bin ich wieder bei meinen eingangs erwähnten Gedanken.

Die drehten sich ums TheaterMachen, heutzutage. Ich wollte mich im blog auslassen über die Zweifel, was man denn nun noch auf die Bühne bringen sollte. Soll man überhaupt noch was auf die Bühne bringen? Mit was hat man denn noch eine Chance beim Publikum? All' die Bösewichter, die unsere dichtenden Großleuchten da mal konstruiert haben, die "Räuber", die Vatermörder, Don Karl werden doch in der schnöden Alltagswelt längst mühelos getoppt.

TheaterMachen? Heutzutage?
Heutzutage,

  • da das Publikum einem dreisten Betrüger weiter das Vertrauen ausspricht,
  • da eine Regierungschefin ausländischen Machthabern rät zu gehen, statt einfach die in die Wüste zu schicken, die sie in die Wüste schicken könnte,
  • da das Durchpeitschen von Großprojekten, die nur wenigen Nutzen bringen, womöglich mit Wiederwahl belohnt wird,
  • da Medien mit dem größten BLÖD-"sinn" und ziemlich viel Unverfrorenheit Auflage machen können und,
  • da das Publikum von als "Unterschichten-Fernsehen" apostrophierten TrashSendungen zu 30 Prozent aus Akademikern besteht -
liebe Leute, da brauch ich den Defibrillator nicht mehr, da komm ich, je länger ich nachdenke, von allein wieder auf Touren. Versprochen.

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Samstag, 26. Februar 2011

Fast Faust - Lustspiel für zwei Schauspieler

"Fast Faust", ein Lustspiel fdür zwei Schauspieler, ist unser nächstes Projekt. Die vierte Neu-Inszenierung dieser Spielzeit soll  Premiere haben am Freitag, 06. Mai 2011.

Besetzung:

Claudia Riese
Claudia Riese

Regie

Heinz Koch
Heinz Koch

André

Richard Aigner
Richard Aigner

Heiner

Zum Stück:

Das in D meistgespielte und gleichzeitig von Schülern bestgehasste Theaterstück, Goethes "Unantastbares", als "Lustspiel für zwei Schauspieler"? 57 Rollen, auch das Gretchen, von zwei Männern verkörpert? Reiner Blödsinn?

Na, jedenfalls nix für Werktreue-Fanatiker und Klassiker-Puristen - die sollten wegbleiben, es sei denn, sie sind bereit, sich letztlich positiv überraschen zu lassen...

Alle, die den "Faust" kennenenlernen und dabei gut unterhalten werden wollen, sind hier goldrichtig.

Es wird korrekt die ganze Faust-Geschichte erzählt.
Das Wichtigste wird, "die Stellen" werden im Originaltext geboten.
Was ist anders?

Es spielt nicht ein großes Ensemble, sondern das "Dramenterzett". Letztlich bieten zwei Schauspieler 57 Rollen, einschließlich des Gretchens (weil die Dame im Schauspieler-Trio fast ein ähnliches Schicksal erleidet wie die Ärmste im "Faust").


"Faust I" von Johann Wolfgang v. Goethe ist Jahr für Jahr das meistgespielte Stück auf deutschsprachigen Bühnen.

Auch wir, das "Autonome Goethe- und Schiller-Theater", haben - na klar - das Werk schon gezeigt; das war anno 1997. Davon schwärmen heute noch viele unserer ZuschauerInnen. Tatsächlich, vielleicht ist das nicht allen so ganz präsent, ist das AuGuSTheater eine professionelle Bühne. Es spielen nur Akteure, welche die auch an staatlichen und städtischen Bühnen geforderten Berufsabschlüsse haben.

Normalerweise aber haben wir als "professionelle Schaubühne für zeitgenössisches Theater" praktisch ausschließlich Stücke lebender Autoren auf dem Spielplan.

Jetzt kommt mal ein sehr schöner "Mix": der berühmte Faust, von Albert Frank eingerichtet als Lustspiel für zwei Schauspieler. Ein Coup!

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Freitag, 18. Februar 2011

Muss man den Namen zu Guttenberg annehmen?

Gerade erre icht mich eine persönliche Nachricht auf Facebook. Da fragt mich eine langjährige Bekannte:

"Hallo..., als facebook freaks könnt ihr mir doch bestimmt sagen, wie das mit dem Urheberrecht ist, wenn ich z.B. einen Text, der jetzt nicht unbedingt aus der Presse stammt, auf facebook posten möchte. Ich denke da z.B. an einen Blogeintrag oder einen Text von einer fremden Webseite. Darf ich das, wenn ich ihn als Zitat kennzeichne und den Urheber angebe? Oder muss ich da eine Einwilligung einholen? Oder muss ich, wenn nicht, dann den Namen zu Guttenberg annehmen oder wie ist das? ;-)
Ein fröhlicher Gruß ..."

Ich hab geantwortet:
Meine (vielleicht etwas konventionelle und für viele langweilige, wenig Glamour ausstrahlende) Devise: Grundsätzlich zitieren und sagen, woher es ist. Aber Du kannst auch den Guttenberg heiraten, klar, dann darfst Du so machen, wie Du willst.

Im Besonderen sag ich mal so:

Ich hab mal wörtlich abgeschrieben bei einer Lateinarbeit (Cäsar: de bello gallico - gerade bei Google abgeschrieben) aus einem Reclam, welches vor dem Geburtsdatum des Lateinlehrers schon erschienen war. Das war die sichere Seite.

Wenn der Lehrer noch lebt, fragt er sich bis heute, wohin ich das Heft gezaubert hatte, als er mich kontrollierte  und er auch bei der Taschen-Inspektion nichts fand (es war im Hosenstall verschwunden - zu Lateinarbeiten hatte ich nur Hosen an, deren Falle mit einem Reißverschluss zuging).

Übrigens: Zur Zeit dieses speziellen Vorfalls - war nach 1962, meinem von den Beatles verschuldeten Wendejahr - waren meine Haare nicht mehr gegelt (beziehungsweise von der Brillantine "FLOT für den Herrn" betoniert).
http://www.markenmuseum.com/marke_fit-und-flott.0.html

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