Samstag, 24. April 2010

Liefers, Rohde, Tabori lesen = Gewinn machen!

In den letzten Wochen habe ich die Bücher der Schauspieler Armin Rohde und Jan Josef Liefers sowie eines des großen Theatermachers Tabori (†) mit Gewinn gelesen. Und deshalb möchte ich sie weiter empfehlen. Ich hoffe, Ihr könnt dem auch viel abgewinnen.


Jan Josef Liefers: „Soundtrack meiner Kindheit“

Der Jan Josef Liefers hat mich ganz schön überrascht mit seinem "Soundtrack meiner Kindheit". Ich bin ja nun gar kein Biografien-Leser. Aber seine (hoffentlich noch längst nicht abgeschlossene) Lebens-"Beichte" rutschte mir ausschließlich in unvermeidbaren Alltagssituationen aus der Hand, um dann gleich wieder aufgenommen und weiter studiert zu werden.

Wer nicht sooo viel über die DDR wusste, findet viel Erhellendes, wer vermeint, die DDR gekannt zu haben, entdeckt neue Facetten aus dem besonderen Blickwinkel des Kollegen Liefers. Und wer glaubt, Liefers zu kennen, weil er ihn so viel in (TV-)Filmen gesehen hat, muss erkennen, dass er bislang auf dem Holzweg war.

Ich habe zusätzlich den heimlichen Dialog angefangen zwischen Liefers und meiner im Laufe der Jahre als gut und richtig verinnerlichten Schauspieler-Kreatur, spinne ihn immer noch weiter  und darf sagen - ich bin froh: So geht mählich wieder mal manches falsche Selbstverständlich-Gewordene, dem ich nicht nachtrauere, flöten.


Armin Rohde: „Größenwahn und Lampenfieber: Die Wahrheit über Schauspieler“

Da kann ich kurz und schmerzlos sagen: Wer beruflich auf der Bühne oder vor der Kamera steht, hat dieses Buch des Kollegen Armin Rohde zu lesen. Ich durfte bei der Lektüre mein Vorurteil über ihn über Bord werfen, entdeckte viel Bekanntes und wurde bestätigt, aber ich lernte (auch, wieder mal). Ich hab's auf einen Rutsch verschlungen, binnen 24 Stunden und jetzt erst einmal weiter verliehen.




George Tabori: „Bett und Bühne: Über das Theater und das Leben. Essays, Artikel, Polemiken“

Das ist eines meiner Lehrbücher, geschrieben von einem großen ("Lehr"-) Meister!

Was Euch da erwartet, ist an Hand des Untertitels mehr als zu erahnen. Und Tabori ... das war eben ein wirklich Weiser. Allein sein  Text "Der alte Mann und was mehr" ist so voll von allem, dass man ihn lernen und auf  Bühnen immer wieder ausleben muss (beinahe hätte ich hier geschrieben: "auf Bühnen immer wieder ausspucken muss, vor die Füße des Publikums", aber das schreibe ich mal nicht, das könnte mir das Publikum übelnehmen ... Ihr würdet mich wohl nicht missverstehen, vor allem dann nicht, wenn Ihr bestimmte Passagen des Tabori-Textes gelesen hättet.).

Posted via email from augustheater's posterous

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen