Wo ist heute nicht alles Provinz? Wo ist denn heute keine Provinz? Berlin? Lachhaft! Aber wir sind eindeutig Provinz. Sie werden lachen!
Mittwoch, 25. April 2012
Bloody Samstag
Montag, 23. April 2012
Abschied von der alten Liebe
Jetzt kommt der Liebesmonat Mai, an dessen Ende für das AuGuSTheater Neu-Ulm der endgültige Abschied von der alten Liebe "Konzertsaal" steht.
In den Wochen bis dahin stehen drei Stücke auf dem Programmzettel, die aus höchst unterschiedlicher Perspektive das nach wie vor bewegendste Thema unserer Gesellschaft beleuchten: Wie läuft es zwischen Mann und Frau?
Am Freitag, 27. April führt das Freundestrio Malte (gespielt von Richard Aigner), Sebastian (Manuel Renken) und Jakob (Torsten Ibach) "Männergespräche" und gewährt dabei so etwas wie einen Blick durchs Schlüsselloch auf die immer mehr durcheinander geraten(d)en Gefühlswelten des sogenannten starken Geschlechtes.
Am Samstag, 28. April und am Samstag, 5. Mai versucht das Komödianten-Duo "Riese & Ko" in seinem bezeichnenderweise "Liebe & andre Katastrofen" betitelten Programm eine Antwort zu geben auf die Frage "Ja - passen denn Männer und Frauen überhaupt zusammen?"
Geht es in "Männergespräche" um die "Emanzipation des Mannes in einer von Frauen beherrschten Welt", so versuchen in "Willis wilde Weiber" (Freitag, 4. Mai) drei Frauen sich zu befreien von der Knute der Rollenbilder des Großdichters Shakespeare und von den machomäßigen Spielauflagen des Regisseurs Uwe Beuschel. Was ihnen wundersam gelingt ...
Karten jeweils über den Bestellknopf des gewünschten Tages im Spielplan.
Fotos zu den drei Produktionen sind hier zum Downloaden hinterlegt. Weitere Vorstellungen:
11.05.2012 20:00 Uhr Willis wilde Weiber 12.05.2012 20:00 Uhr Willis wilde Weiber 16.05.2012 20:00 Uhr Männergespräche 18.05.2012 20:00 Uhr Männergespräche 25.05.2012 20:00 Uhr Männergespräche 26.05.2012 20:00 Uhr Männergespräche
Das AuGuSTheater Neu-Ulm ist dann im Mai eingeladen nach Augsburg zu den 30. Bayerischen Theatertagen und wird da etwas aus der Reihe tanzen mit seinen zwei PocketKlassikern "Willis wilde Weiber" und "fast Faust".
Und noch eine Information: Die letzten Aufführungen dieser Spielzeit werden im Juni in den Räumlichkeiten des Orange Hotel (Dieselstraße 4) über die Bühne gehen, weil da der Umzug des Theaters in die neue Spielstätte schon in vollem Gange sein wird. Im "Großen Haus" an der Silcherstraße ist schon weitgehend alles abgebaut. Die Handwerker haben ihre Arbeit in der Hermann-Köhl-Straße bereits begonnen. Und parallel laufen diverse Gespräche und Verhandlungen, um den für die Bühne schier unglaublichen Kraftakt tatsächlich materiell abzusichern.Sonntag, 15. April 2012
Übergang von alt zu neu
Donnerstag, 5. April 2012
Montag, 26. März 2012
The Winner is: Neu-Ulm - sofern es will ...
Shootingstar Ariane Müller performed beim Finale des Festivals.
Das “1. Neu-Ulm PocketKlassiker-Festival” ist nun “rum”. Wer hat gewonnen? Das Publikum und wir MacherInnen haben gewonnen, weil wir riesig gute Kolleginnen und Kollegen erleben durften. Die Stadt Neu-Ulm hat gewonnen, wenn, ja wenn sie begreift, welch tolle Steilvorlage das AuGuSTheater Neu-Ulm mit der Rückendeckung von “Wir in Neu-Ulm” geliefert hat. Der Gewinn ist aber und nämlich erst wirklich einer, wenn es eine weitere Auflage gibt – oder gar eine Biennale. Das könnte eine richtig starke Neu-Ulmer Spezialität auf dem Sektor Kunst und Kultur werden. Zu tragbaren finanziellen Konditionen!
Verloren haben alle, welche nicht begriffen haben, welche Erlebnisse in den zehn Tagen frei Haus serviert wurden. Intelligente Unterhaltung!
Die Jury hatte sich auf Vorschlag des Veranstalters entschlossen, die beiden Produktionen des AuGuSTheaters nicht in die Konkurrenz zu nehmen, obwohl besonders “Willis wilde Weiber”, aber auch “fast Faust” als preiswürdig im Sinne der Kriterien angesehen wurden. Es sollte jeder Verdacht der Kungelei vermieden werden. Von den verbliebenen Produktionen, die jede ihre ganz besondere Eigenart haben und für sich gesehen auch mit einem Preis hätten belobigt werden können, ragte dann aber doch heraus: “Schiller. Die Räuber oder so…” von und mit Bernd Kohlhepp.
Bestechend:
Das Schillersche Werk wird – hervorragend dramaturgisch bearbeitet – inhaltlich klar vorgestellt.
Immer wieder werden längere Passagen des Klassikers in der dem Dichter und seiner Sprache absolut gerecht werdenden Art und Weise mit großem darstellerischen Können geboten.
Improvisationskunst und kabarettistische Versiertheit bringen in richtiger Dosierung Erlebnis-Mehrwert erster Güte.
Jede Figur ist ständig erkennbar eindeutig charakterisiert.
Bühnenbild und Requisite sind aufs Mindestmaß reduziert, wobei Kohlhepps zeichnerische Fähigkeiten ganze Maler- und sonstige Theater-Werkstätten ersetzen.
Das Jury-Urteil einhellig: Bernd Kohlhepp und sein “Schiller. Die Räuber oder so …” – das ist ganz große Kleinkunst, ist schlicht genial.
Bernd Kohlhepp wird der “Steinle PocketKlassiker Award 2012″ zuerkannt.
Die Jury: Angélique Duvier (Schauspielerin und Regisseurin), Renate Koch (absolut erfahrene Theaterbesucherin), Stephan Salzmann (Vorsitzender der mitausrichtenden bürgerschaftlichen Initiative “Wir in Neu-Ulm”), Timo Schmidt (Schauspiel- und Regie-Student).
Der vom Ulmer Künstler Felix Burgel gestaltete “Steinle PocketKlassiker Award” wurde gestiftet von Günter Steinle (Wohnbau Steinle, Neu-Ulm). Der Stifter hat die Absicht, diesen Award zu begleiten, das heißt: bei Neuauflagen des Festivals den “Steinle PocketKlassiker Award” jeweils immer wieder als Preis-Sponsor aufzutreten. Und Steinle hat die Absicht, den Preis auch zusätzlich zu dotieren. Der erste Träger des “Steinle PocketKlassiker Awards”, Bernd Kohlhepp, wird den Preis persönlich abholen – geplant ist die Übergabe im Zuge eines Auftritts des Künstlers im Rahmen der Festivitäten, mit denen die neue Spielstätte des AuGuSTheater Neu-Ulm im September eröffnet werdenSamstag, 17. März 2012
Fehlt es am guten Willen? Oder am richtigen Bewusstsein?
Da initiiert der Stadtrat Neu-Ulm eine Reihe „Kultur im Dialog“. Bei der Auftaktveranstaltung geht es um „Integrierte Stadtentwicklung“. Dazu wird der Stadtplaner von Ingolstadt eingeladen. Der referiert über die Bedeutung der „Kreativen Klasse“, streicht heraus, wie wesentlich die weichen Standortfaktoren sind, weist hin auf den Megatrend „People follow people“. Helsinki ist derzeit Welthauptstadt des Design, Obertrend: „Ideen formen statt Objekte“. Parallel spekuliert man in den Zirkeln der maßgeblich werdenden und zunehmend richtungweisenden Kultur- und Kreativwirtschaft über Wege des „creative placemaking“. Die bürgerschaftliche Initiative „Wir in Neu-Ulm“ hat exakt auf dieser Linie Strategien erdacht und vorgelegt, welche gedanklich auf den oben angerissenen Trends basieren und praktikable Ideen einschließlich umsetzbarer Handlungsstränge aufweisen.
Wer das alles verfolgt, auf dem Sektor aktiv ist, für seine Kommune was tun will, als „creative initiator“ arbeitet, wird in Neu-Ulm in den letzten Tagen (nun ausgerechnet nach diesem ersten „Kultur im Dialog“-Versuch) überrascht gehäufte Presse-Publikationen zur Kenntnis genommen haben, die Neu-Ulm präzise als Geisterfahrerin auf der Gegenfahrbahn zukunftsorientierten Denkens ausweisen:
Die Stadt sagt nur noch, was nicht geht Südwest Presse, 17. März 2012
Kurz vorher noch hatte es geheißen:
Eine Bastion für die Kunst Neu-Ulmer Zeitung, 16. Januar 2012
Feste feiern geht nicht überall Südwest Presse, 17. März 2012
Zweite Chance für altes Donaubad Neu-Ulmer Zeitung, 17. März 2012
Kulturbiergarten: Stadt prüft altes Donaubad Südwest Presse, 16. März 2012
Umzug von der Flussmeisterei ins alte Donaubad geplatzt Südwest Presse, 14. März 2012
So kommentierte Edwin Ruschitzka zu recht:
Es fehlt am guten Willen Südwest Presse, 14. März 2012
Wahrscheinlich fehlt es auch am Bewusstsein, welches notwendig wäre, wenn die Zukunft gelingen soll. Es wird ja gern kolportiert: Absolut knappe finanzielle Mittel beflügeln die Kreativität von Künstlern. Abgesehen davon, dass, wenn das stimmen sollte, unbedingt auch Politiker und andere Entscheidungs-Träger mit diesem Armuts-Trick zu mehr Kreativität gezwungen werden sollten, ist wohl eher festzustellen, dass Künstler, die Geld hätten für ihre Kunst, (noch) viel mehr bewegen könnten. Schon allein, indem sie durch irritierende Kunst das eingefahrene Bewusstsein attackieren könnten.
Wie hoch ist der Prozentsatz dessen, was wir Menschen unbewusst tun). Freud sagte bekanntlich: 96 Prozent. Die moderne Gehirnforschung sagt: noch viel höher! Nahezu hundert Prozent. Und wenn wir etwas anders machen (“innovativ” sein) wollen, muss das Unbewusste erzogen werden – ein absolut anstrengendes Unterfangen. Das Bewusstsein soll das Sein bestimmen. Aber wir lassen das Gegenteil immer wieder (gern?!) zu. Wir verharren in der selbstverschuldeten Unmündigkeit. Deswegen ist die Katastrophe (finanzielle Engpässe, Fehlen von Ressourcen) oft Anlass, umzudenken. Das ist “natürlich”. Menschlich(er = unnatürlich) wäre ein vom Bewusstsein gesteuertes Umdenken.
“Wir müssen uns bewusst sein, welche Hürde unsere durch bewusstes Denken getroffenen Entscheidungen überwinden müssen. (Anm.d. Säzzers: Dieses verdammte Beharrungsvermögen, diese geistige Trägheit, diese liebgewonnenen Routinen) Sie müssen einen Weg ins kognitive Unbewusste finden, um bis zum Handlungsapparat durchzudringen.” – So der Top-Neurologe Antonio Damasio (in Antonio Damasio: “Selbst ist der Mensch. Körper, Geist und die Entstehung des menschlichen Bewusstseins”, Siedler Verlag, München, 2011, S. 295, ISBN978-388680-924-0).
Mittwoch, 14. März 2012
Inspirieren, dass die Heide wackelt
Heute, 14. März 2012, postet der Kulturmanager Christian Henner-Fehr (Wien) auf seinem blog "Kulturmanagement Blog" einen absolut lesenswerten Super-Beitrag. Ich wiederum zitiere hier den richtungsweisenden Satz, der anregen sollte, Henner-Fehrs blog-Beitrag zu studieren:
“Our Town” nennt sich ein Programm, hinter dem der Grundgedanke des Creative Placemaking steht. Was sich hinter diesem Begriff versteckt, erklären Ann Markusen und Anne Gadwa in ihrem gleichnamigen Whitepaper, in dem noch weitere Projektbeispiele beschrieben werden.
Ich behaupte mal: Die da ausgebreiteten Gedanken könnten uns in Neu-Ulm bestärken, den eingeschlagenen Weg weiter zu beschreiten (wobei "schreiten" nicht ganz korrekt wiedergibt, wie wir uns bewegen).
"Neu-Ulm: Neue Wege".
Hier, auf unserem noch immer rudimentären blog ist dokumentiert, was wir im Laufe eines einzigen Jahres bewegt haben, was zur Zeit läuft und was in der nächsten Zeit passieren soll.
Den “Creative Initiator – that one person or small team that starts it all" haben wir.
Das macht entsprechend der international ausgerufenen aktuellen Design-Aufgabe nichts anderes als: Ideen formen statt Objekte.
Das lokale Government wird heftig angestoßen, sich zu bewegen, und - hat tatsächlich schon "gemuckt".
Der private Sektor ist teilweise gewonnen. Wir strengen uns an, da noch mehr ins Boot zu holen.
Binnen eines Jahres sind wir von 22 Händlern auf jetzt knapp 60 Mitglieder aus den verschiedensten Bereichen gewachsen, da ist sogar eine Schule dabei, Dienstleister aller Art, Designer, Künstler, die Diakonie, Medien ....
Jetzt würden wir nach Lektüre allen um uns rum diesen Artikel gern in die Hand drücken und die Lektüre empfehlen. Er liefert alle Argumente. Aber wie wir von Antonio Damasio wissen: Das kognitive Unbewusste muss erzogen werden! (Antonio Damasio: "Selbst ist der Mensch. Körper, Geist und die Entstehung des menschlichen Bewusstseins", Siedler Verlag, München, 2011, ISBN978-388680-924-0).
Die entscheidenden Gedanken finde ich auf Seite 295 ff. Zwei kurze Passagen:
"Sich Zeit für die Analyse der Tatsachen nehmen, die Folgen von Entscheidungen zu bewerten und über die emotionalen Konsequenzen solcher Entscheidungen nachzudenken: das ist der Weg zum Aufbau eines praktischen Leitfadens, der auch als Weisheit bezeichnet wird. Auf der Grundlage von Weisheit können wir Entscheidungen treffen und darauf hoffen, unser Verhalten im Rahmen der kulturellen Konventionen und ethischen Regeln zu steuern, diev unsere Biografie und die Welt, in der wir leben, geformt haben."
"Wir müssen uns bewusst sein, welche Hürde unsere durch bewusstes Denken getroffenen Entscheidungen überwinden müssen. (Anm.d. Säzzers: Dieses verdammte Beharrungsvermögen, diese geistige Trägheit, diese liebgewonnenen Routinen) Sie müssen einen Weg ins kognitive Unbewusste finden, um bis zum Handlungsapparat durchzudringen."
Das reicht mal für den heutigen Morgen. Der Handlungsapparat ist gefordert, es geht gleich weiter mit der Riesen-Aufgabe "Creative placemaking", praktisch, konkret. Dazu später mal mehr. Irgendwann.
Ach so - weil ich den Begriff oben schon erwähnt und nicht erklärt hatte - hier das Grundprinzip, wie es Ann Markusen und Anne Gadwa in ihrem Whitpaper darstellen:
“Creative placemaking animates public and private spaces, rejuvenates structures and streetscapes, improves local business viability and public safety, and brings diverse people together to celebrate, inspire, and be inspired.”
Meier, übersetzen Sie mal (Kommentar) - und dann lasst uns mal Neu-Ulm animieren, noch mehr rejuvenieren und improven; und lasst uns weiter diverse people zusammenbringen, die sich gegenseitig sowas von inspirieren, dass die Heide wackelt.
Wer dabei sein will, schreibt's im Kommentar oder mailt an: wir-in-neu-ulm@email.de