Wenn man die Presseschau des Deutschen Bühnenvereins so liest, zweifelt man, ob man üüüberhaupt Theater macht, obwohl man seit Jahrzehnten Theater macht und spielt und inszeniert und davon lebt und überlebt.
Wo ist heute nicht alles Provinz? Wo ist denn heute keine Provinz? Berlin? Lachhaft! Aber wir sind eindeutig Provinz. Sie werden lachen!
Donnerstag, 28. Juli 2011
Donnerstag, 7. Juli 2011
Enormer Rückenwind
So heißt es in diesem Jahr vier mal "Grüner Salon" (beispielsweise am 12. Juni), bei dem Ekin Deligoez, stellvertretende Vorsitzende der "Grüne / Bündnis 90"-Fraktion im Bundestag, jedesmal als Moderatorin aktueller Gesprächsrunden mit anderen prominenten Experten zu brisanten Themen fungiert; zum Christopher Street Day talkt die Community unter dem Titel "neu ! Ulm outet sich"; und diese Woche präsentierte die bürgerschaftliche Initiative " Wir in Neu-Ulm" ihre druckfrische, aufwendige Informationsbroschüre "Neu-Ulm inside" der Öffentlichkeit. Ein schönes Fest, Dank an und Ansporn für die Beteiligten zugleich, Abschluss einer Etappe und Startschuss für weitere in einem gleichzeitig vorgelegten Strategiepapier skizzierte Aktivitäten.
Die Broschüre informiert nicht nur über Potentiale der Neu-Ulmer Innenstadt, nein, sie bietet auch einen darüber hinaus gehenden Mehrwert: enthält sie doch jede Menge Boni und Rabatte, welche die im Heft vertretenen Firmen anbieten. Die Broschüre ist durch die Zusammenarbeit der Neu-Ulmer Innenstadt-Aktivisten zustande gekommen. Und auch das Fest, mit dem das erste Etappenziel gefeiert wurde, war eine Gemeinschaftsleistung mit Angeboten für Leib und Seele, erbracht vom in ganz ungewöhnlicher Weise beteiligten und engagierten Designbüro über Leute aus der Stadtverwaltung bis zu hin zu Gastronomen, Weinspezialisten, Bäckern, Metzgern, Konditoren und Helfern - sowie von uns Theatermenschen.
Der "Schirmherr" der ganzen Aktivitäten, Neu-Ulms OB Gerold Noerenberg, welcher viele der vorbereitenden Schritte persönlich begleitet hatte, zeigte sich ganz offensichtlich sehr angetan von so viel Neu-Ulm-Begeisterten und versprach hoch und heilig, auch das Weitere von Herzen zu unterstützen.
Den vielen positiven Kommentaren nachher war zu entnehmen: Dem Publikum hat das Gebotene ausnehmend gut gefallen. Es gab sogar direkt nachher ein Anschluss-Engagement. Und so mancher fragte sich laut: "Wieso bin ich nicht früher schon öfter hier gewesen?" Insbesondere gibt es, juhu, durch den überzeugenden Auftritt enormen Rückenwind für das Projekt "Pocket-Klassiker-Biennale", welches ja Neu-Ulm wiederum etwas Besonderes bringt.
Zentrale Szene war übrigens die im Ruhrpottslang (Jürgen von Manger) hingefetzte und auf Schwäbisch (Luise Häberle) kongenial parierte Story, wie Heinz nach Neu-Ulm kam und von einer Passantin (wieder fulminant: Claudia) wissen wollte, wie er in die Ulmer City gelangt.
Neu-Ulm mausert sich ...
Dienstag, 14. Juni 2011
Ausgezeichnet - "Helden"-Farce
- auf "Nachtkritik.de“,
- auf "kunst blog",
- auf "Theaterkompass.at Das Theaterportal“
- auf "Theater der Zeit"
- auf der website der Stadt Bamberg sowie in einer dpa-Meldung, alles basierend auf einer
- Pressemitteilung des E.T.A.-Hoffmann-Theater, Bamberg, in der auch alle Gründe für die Preisvergabe zu finden sind.
Freitag, 10. Juni 2011
Nachruf für die "Helden"
Sonntag, 5. Juni 2011
Eltern parken ihre Kids und gucken Komödie
Das gab's noch nicht: Eltern können sich beruhigt eine Theatervorstellung anschauen, während ihre Sprösslinge nebenan betreut werden. Von qualifizierten Kräften. Am kommenden Samstag, 11. Juni 2011 gibt das "Außergewöhnliche Goethe und Schiller Theater Neu-Ulm" eine fast ganz gewöhnliche Vorstellung der Komödie "fast Faust" von Albert Frank. Scheinbar ganz gewöhnlich ...
Ungewöhnlich ist: Die Show beginnt um 17 Uhr. Eltern bringen ihre Kinder mit, Die Kids, welche das Lustspiel für zwei Schauspieler (nach Goethes Dramenklassiker "Faust I") im "Großen Haus" schon verfolgen können, zahlen nur 1.- € (bis zum 25. Lebensjahr). Für die Kleineren, von zwei bis zehn Jahren, wird ein Kindergarten eingerichtet, im "studio", der zweiten Spielstätte des Theaters.
Für dieses Pilot-Projekt kooperiert die "Schaubühne für zeitgenössisches Theater", die Mitglied der Gruppe der Privattheater im Deutschen Bühnenverein ist, mit dem "Mehrgenerationenhaus Neu-Ulm im Familienzentrum Neu-Ulm".
Mehrgenerationenhaus? Was steckt dahinter? Das Mehrgenerationenhaus macht "intergenerative Angebote". Es beschreibt sein Ziel so: "... den Vereinzelungstendenzen der Gesellschaft entgegenzuwirken und durch Vernetzung mit bestehenden sozialen Einrichtungen, Trägern und Einzelpersonen Synergieeffekte für Jung und Alt zu erzeugen." (Mehr: http://www.mehrgenerationenhaeuser.de/neu-ulm)
"Das passt", dachten die Theaterleute. Mit drei Fachkräften, mit Spielgerät und Musikinstrumenten unterstützt das Mehrgenerationenhaus, um Eltern den Theaterbesuch zu ermöglichen. Weitgehend werden beim ersten Male auch die Honorare übernommen, so dass die Eltern sich sogar den Babysitter-Obolus sparen.
Die Eltern sehen einen schnellen (engl.: fast) Faust: 110 Minuten, inklusive Pause. Der "Faust" im Original dauert ja vier Stunden. Da wären die Kids nicht so lang bei Laune zu halten. Außerdem ist das Vorstellungsende 19 Uhr auch sehr familienfreundlich: Um 20 Uhr sind die Kleinen im Bett und die Eltern können Tatort gucken - wenn sie nicht zu aufgekratzt sind von der Theatervorstellung und sich noch drüber unterhalten wollen. Geboten wird schließlich: Weltliteratur auf die Schnelle. Genuss ohne Reue. Hier lacht man. Und nie unter Niveau. Aber - man lacht. So macht der olle Goethe Spaß. Und zwar richtig Spaß.
Immerhin sieht man die wichtigsten Passagen aus dem Original, immer wieder komödiantisch unterbrochen. Unterhaltsamer kann die "Schnellbleiche" vom Ahnungslosen zum Kenner nicht ausfallen. Tatsächlich wird man nach dem Besuch in Sachen Faust kompetent sein, wird einfach mitreden können. Also: In 90 Minuten ganz en passant Experte werden in Sachen "Faust". Mit Brief und Siegel (Theaterstempel und Autogramm). Man kann, wie gesagt, nicht bloß überall mitreden, sondern bekommt das sogar, wenn man will, schriftlich, ganz nach dem Wort des Schülers im "Faust":
"Denn was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen."
Überhaupt ist der "Faust" ja eine Fundgrube für geflügelte Worte (Auswahl):
- "Das also war des Pudels Kern"
- "Die Zeit ist kurz, die Kunst ist lang"
- "Ach Gott! Die Kunst ist lang. Und kurz ist unser Leben"
- "Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust"
- "Hier steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor"
- "Es möcht kein Hund so länger leben"
- "Augenblick verweile doch, Du bist so schön"
- "Die Botschaft hört ich wohl, allein mir fehlt der Glaube"
- "Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein"
- "Ich bin der Geist, der stets verneint"
- "Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehn"
Die Theatermacher des "Außergewöhnlichen Goethe und Schiller Theater Neu-Ulm" fordern auf: Reclamheft "Faust I" mitbringen und Zertifikat eintragen lassen - und damit anderen eine Nasenlänge voraus sein …
Im Herbst soll es dann zwei Mal im Monat, immer sonntags, solche Vorstellungen geben. Da wird weiterhin mit dem Mehrgenerationenhaus Neu-Ulm kooperiert. Die Eltern werden dann allerdings einen Betrag von etwa 2.- € beisteuern müssen. Das passt in die bisherigen Ideen der Bühne (Auswahl): "Theater auf Krankenschein" (http://theater-neu-ulm.de/cmsroot/augus-theater-specials/das-grosse-thema-lac... und "Gesundheitsfond Neu-Ulm" . Da könnten Finanzmittel aus dem Bereich Prävention, Sponsoren-Zuwendungen, Bußgelder und städtische Unterstützung einfließen, die dann denen zugute kommen, die aus Eigenmitteln nicht am kulturellen Leben teilhaben können. Vor allem musische Angebote für Kinder und Jugendliche könnten hieraus gemacht werden.
Wer jetzt Lust bekommen hat, kann sich per Bestellformular anmelden. Die Theaterkarten werden ganz normal bestellt. Unter Bemerkungen gibt man an, wieviele Kinder in welchem Alter betreut werden sollen, beziehungsweise wieviele Karte zu 1.- € geordert werden. Hier der Link zum Formular:
http://theater-neu-ulm.de/cmsroot/kartenbestellung/index.php5?id=259
Montag, 30. Mai 2011
Neu-Ulm feiert feste „Die Festung“
Zumindest flächenmäßig ist „Der Tag der Festung“ in diesem Jahr die größte Veranstaltung in Ulm und Neu-Ulm. Die Bundesfestung Ulm erstreckte sich natürlich auch auf die ulmischen Gebiete, die heute Neu-Ulm sind. Napoleon war's, der das bayerische Oberamt Ulm den Württembergern schenkte, weil sie ihn beim Rheinübergang und auf dem weiteren Zug gen Österreich nicht gehindert hatten. Nach der Schlacht bei Elchingen war's dann Ulm, welches die krasse Folge zu tragen hatte: Wichtige Gebiete der Stadt rechts der Donau, die zum Grenzfluss wurde, blieben bei Bayern. Damit waren die sonntäglichen Ausflugsziele verloren genauso wie es schwierig war, zu den Arbeitsplätzen in den Flößerwerften, zur Schießhalle oder zu den Gärten zu kommen.
Vor 200 Jahren war das. Neu-Ulm feierte deshalb am vorletzten Wochenenden (21. - 23. Mai) ganz groß. Am vergangen Wochenende feierte Ulm dann "200 Jahre Friedrichsau". Der Park wurde den UlmerInnen als Ersatz für die an Bayern verlorenen Gebiete geschenkt, vom württembergischen König Friedrich. Und als der in die Stadt kam, vor 200 Jahren, wollte auch der Flugpionier Albrecht Berblinger, heute berühmt als der "Schneider von Ulm", seine Flugkünste zeigen. Manche behaupte, er sei nicht gescheitert, sondern habe den Flug abgebrochen und sei in die Donau geplumpst, weil er nicht nach Bayern wollte.
Es gab über die zwei Jahrhunderte tatsächlich viel Trennendes. Das ist heute noch zu spüren, obwohl die Stadt in Sachen Energieversorgung, Wasserwirtschaft, Verkehr, Infrastruktur-Planung, Touristik und manch anderem Gebiet zusammenarbeiten.
Eine "Klammer" ist die sogenannte "Bundesfestung Ulm", die fälschlicherweise so genannt wurde und wird. Denn: Sie wurde von 1842 bis 1859 gebaut, also 30 Jahre, nachdem es schon ein "Neu-Ulm" gab (das allerdings 1869 erst zur Stadt erhoben wurde, durch keinen Geringeren als den "Märchenkönig" Ludwig II. von Bayern. Und: Zwar wurden vom Deutschen Bund zwei Drittel auf württembergischer Seite realisiert, aber immerhin ein Drittel auf bayerischem, Neu-Ulmer Boden. Die heute vielfältig, unter anderem von Künstlern und Jugendorganisationen friedlich genutzte Bundesfestung Ulm / Neu-Ulm zählt zu den (nicht wenigen) Superlativen, mit denen sich die Doppelstadt brüsten kann: Sie ist Deutschlands größtes, noch erhaltenes Festungsensemble.
So ist auch „Der Tag der Festung“ ein die Städte verbindendes Ereignis. Und Neu-Ulm spielt nicht nur mit: Die Festung bereichert Neu-Ulm in viel höherem Maße als die Schwesterstadt jenseits der Landesgrenze, weil die Relikte der Anlage angesichts der Größe der Stadt und der Nähe zur Innenstadt die Kommune viel mehr prägen. Stichwörter: Wasserturm (das Wahrzeichen Neu-Ulms), Glacis Carponnieren.
Dementsprechend gibt es ein ansprechendes Programm (Link zur Gesamtübersicht), sagen wir von der Reuttier Straße über die Caponniere 4 am Bahnhof Neu-Ulmer (wo es zum Beispiel eine Oldtimerschau gibt) und den den Glacis-Park bis hin zum Wasserturm, dem Wahrzeichen Neu-Ulms. Viele wissen es gar nicht: Der Wasserturm war / ist auch Teil der Festung. Dort, unter dem Turm, betreibt der Verein „Förderkreis Bundesfestung“ ein kleines Festungsmuseum, welches am Sonntag geöffnet. Ist - könnte ein gelungener Abschluss eines Spaziergangs durch den Glacis-Park sein.
Ein Hinweis: An der Reuttier Straße, beim Venet-Haus, findet sich das zur ehemaligen Bundesfestung Ulm gehörende Caponniere-Vorwerk, welches der Privatmann Werner Schneider (vom Büro Schneider Geiwitz & Partner) hat renovieren für und für hochkarätige Kunstausstellungen präparieren lassen. Wie der Presse zu entnehmen ist, plant Werner Schneider hinter seinem Nething-Bau und der von Bernd Gesericks BEGE Galerien Ulm/Neu-Ulm bespielten Bundesfestungs-Bastion einen für die Öffentlichkeit zugänglichen Skulpturenpark. Ein großartiger Anfang ist gemacht. Hier sollen Arbeiten bedeutender zeitgenössischer Künstler auf der Dachebene einer großen Garage platziert werden. Am Sonntag kann man sich einen ersten Eindruck verschaffen davon, wie hier alt (Festung) und modern (Nething-Bau / Kunstwerke) reizvoll kontrastieren.
Hier das Programm zu „Der Tag der Festung 2011“ am 5. Juni in Neu-Ulm:
| Caponniere 4 Theodor-von-Hildebrandt-Platz, Bahnhof Neu-Ulm | 10 - 17 Infos und Führungen Förderkreis Bundesfestung 10 - 17 Installation „Schöne Aussichten“ A. Hauslaib, Stadt Neu-Ulm 10 - 17 Oldtimer-Nutzfahrzeuge + Getränke Oldtimerclub Magirus IVECO 10 - 17 Oldtimer-Schau & Rundfahrten Oldtimerfabrik Classic 10 - 17 Feuerwehroldtimer 10 - 17 Oldimer "Fernlastzug" |
| Caponniere 6 Glacis-Park, Neu-Ulm | 11 Sonntagskonzert MV Steinheim & Sängerbund Steinheim 13, 14:30 und 16 Spaß mit SPONT ANELLO Kinder-Mitmach-Theater Stadt Neu-Ulm ab 10:30 Biergarten geöffnet Barfüßer |
| Wasserturm Glacis-Park, Neu-Ulm | 10 - 17 Museum und Führungen Förderkreis Bundesfestung |
Montag, 23. Mai 2011
Untitled
Hallo: Nein, Dementi! Harald Schmidt war am Freitag-Abend (20.Mai 2011) zwar in der Silcherstraße, aber: nicht bei uns, nicht in Nummer 2 (der eigentlichen Nummer 1), sondern ein paar Häuser weiter, Silcherstraße 40, (Edwin-Scharff-Haus).
Ich war zu dem Zeitpunkt in Nummer 2 und für Nummer 40 unabkömmlich. Ich war als "Faust" beschäftigt, er war als Fest-Lästerzunge dort engagiert und ging dementsprechend engagiert zu Werke. Hatte zur Folge: Wir zwei liefen irgendwie ganz knapp aneinander vorbei.
Er hatte nur unwesentlich mehr (lediglich lächerliche 600) Zuschauer als ich. Das muss ihn gewurmt haben. So ließ er sich, sozusagen, um sich zu vergewissern, dass er in Neu-Ulm gewesen ist, reihenweise mit Neu-UlmerInnen ablichten. Und erarbeitete sich somit eine gewisse Bedeutung.
Harald Schmidt ist ungefähr 692 Mal fotografiert worden. Warning: Wenn irgendwo ein Foto auftauchen sollte "Harald Schmidt mit Heinz Koch" - nix bezahlen dafür. Das ist ein Fake!
Übrigens: Ich hab Harald Schmidt schon auf der Bühne gesehen (hier auch dokumentiert); jetzt ist er erst einmal dran.
Er ist kein Neu-Ulmer mehr, ich bin einer geworden. Ich bin Neu-Ulmer mit Migrationshintergrund (komme aus dem Pott). Ich wollte von der Ruhr an die Donau. Harald Schmidt hat der Donau den Rücken gekehrt - es hat ihn an den Neckar (!) gezogen. Harald Schmidt kommt zurück - "Nicht ohne meine Mutter" - und hat doch jetzt tatsächlich die Stirn, Binde-Glied zwischen Neu und Ulm werden zu wollen (das erinnert an einen Herrn, dessen Vorfahren Leine gezogen und sich an der Themse angesiedelt hatten und der doch tatsächlich träumte von einer Existenz als Tampon).
Zusatz-Infos:
Artikel in der Neu-Ulmer Zeitung