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Montag, 29. August 2011

Bart und Zöpfe ab: Pocket-Klassiker-Biennale

Seit einiger Zeit elektrisiert uns die Idee einer
Pocket-Klassiker Biennale.
"Klassiker ohne Zopf und Bart".
Unser AuGuSTheater Neu-Ulm (Außergewöhnliches Goethe und Schiller Theater)  spielt derzeit "fast Faust" (den Goethe-Klassiker als geistvollen, aber sehr humorigen geistigen Schnellimbiss), hat schon gespielt "Hamlet 4 U" (den ollen Shakespeare bearbeitet vom gebürtigen Ulmer Sebastian Seidel) und auch die Schillerschen "Die Räuber" (in einer Version für 4H und 1D, die es auch noch schlanker gibt für 2H und 1D).
Man kann die Ergebnisse in unserem Archiv angucken.


Das "1. Neu-Ulmer Pocket-Klassiker-Festival" organisiert das AuGuSTheater Neu-Ulm beinahe komplett ehrenamtlich. Es entstehen verhältnismäßig geringe administrative Kosten. Die Idee dieses Festivals ist eng mit der von mir persönlich in starkem Maße und mit viel Engagement unterstützten Innenstadt-Initiative "Wir in Neu-Ulm" verbunden. Viele Dinge werden im Einvernehmen mit diesem und sehr kollegialer Zusammenarbeit in diesem Kreis realisiert.

Es wird ein "Neu-Ulmer Pocket-Klassiker-Festival" sein. Signale für Sponsoring und weiteres Engegament kommen aus den verschiedensten Ecken. Auch die Stadt steht dahinter.

Zum Festival an sich ein paar Infos, die den Stand der Dinge (29. August 2011) wiedergeben:

Das Festival in Neu-Ulm ist geplant vom 15. bis 24. März 2012.
Fürs erste Festival nach Zusagen eingeplant sind:
Bernd Kohlhepp ("Die Räuber), Bernd Lafrenz ("Der Widerspenstigen Zähmung"), Karl-Heinz Helmschrot ("Fasst Faust")  und "s'ensemble-Theater" ("Hamlet 4 You"), AuGuSTheater Neu-Ulm ("fast Faust").
Es gibt auch eine prinzipielle Zusage von  Michael Quast (mit Sabine Fischmann in "Don Giovanni à trois"), wobei ich sehr hoffe, dass wir im fraglichen Zeitraum tatsächlich einen passenden Termin finden.
Mit Hubert Burghardt (ebenfalls prinzipielle Zusage) sind wir im Gespräch.
Beim "1. Pocket-Klasssiker-Festival" sollen möglichst sieben Shows (einschließlich Opening-Abend) über die Bühne gehen.
Künstler wie „Helge & das Udo“, Stefan „Kaminski on air“, Uli Böttcher oder auch Justus Neumann zeigten sich von der Idee sehr angetan und wären gern gekommen, wenn sie in dem geplanten Zeitraum nicht schon anderweitig gebunden gewesen wären.
Es wird ein Pocket-Klassiker-König gekürt.
Dazu wird es eine Jury geben.
Außerdem wird ein Publikumspreis vergeben.

Angedachte Spielorte:
Opening-Abend und "fast Faust" des AuGuSTheater Neu-Ulm: "Großes Haus" des AuGuSTheater Neu-Ulm. Eine prinzipielle Zusage gibt es vom „Barfüßer“ und vom „Orange Hotel“.
Kontakt aufgenommen gesucht wurde: Oldtimerfabrik Classic, Settele-Partyspezialist; da stehen die Antworten noch aus. Möglich wären aus unserer Sicht: Hirsch Finningen, Schlössle Offenhausen, Parkhotel. Da müssen wir noch anfragen.
Die jeweiligen Locations sollten mindestens 140  Plätze haben.


Sponsoring

Mein Traum ist: Ich gewinne für jeden Abend einen Sponsor, welcher die Gage des Künstlers / des Ensembles übernimmt. Jeder dieser Sponsoren bekommt als Gegenleistung 40 Karten zur Verfügung gestellt für den Abend, den er sponsoriert. Die Karten kosten 25 Euro.

Besonderheiten:

Der Opening-Abend ist ein "WIN"-Fest, an dem die Mitglieder grundsätzlich (mit zwei Personen) freien Eintritt haben, aber eine Spende zahlen können  (nicht: müssen) - Voraussetzung: "WIN" übernimmt die Honorar-Kosten für diesen Eröffnungsabend, die durch eingegangene Spenden nicht gedeckt sind.

Die nicht durch die Sponsoren beanspruchten Eintrittskarten für die sieben Shows sind im freien Verkauf zu haben. 

Weitere Ideen sind möglich.


Mittwoch, 24. August 2011

Macht Loriot seine Drohung wahr?

Loriot-kopf01
Wie hatte Vicco von on Bülow alias Loriot vor knapp vier Jahren bei Beckmann der gerade verstorbenen Kollegin Hamann nachgerufen?
„Liebe Evelyn, Dein Timing war immer perfekt, nur heute hast Du die Reihenfolge nicht eingehalten."
Und dann hatte er gedroht: "Na warte!"
Immerhin fast vier Jahre musste sie warten - ob er ihr jetzt den Kopf wäscht, Perfektionist der er war. Vor allem in Sachen Timing!
Über das Komische hat er mal gesagt:
"Es gibt natürlich die Tendenz bei Kritikern des Komischen, ein Komiker müsse auch immer eine tragische Figur sein - der traurige Clown. Das ist deutsch. Ein Engländer würde darauf nie kommen. Für den ist das Komische so bedeutend und wichtig, daß er froh ist, wenn einer komisch sein kann. In Deutschland wird er erst wichtig, wenn man dem Komiker auch seine tragische Seite nachweisen kann.
Ich werde oft gefragt, ob man in Deutschland weniger Humor hat als anderswo in der Welt. Da ist mir neulich sehr übel mitgespielt worden. Bei einem Fernsehinterview habe ich gesagt: 'Natürlich haben die Deutschen genau soviel Humor wie jedes andere Volk auch ...' Den Rest haben sie abgeschnitten. Aber jetzt kam leider erst die Hauptsache des Satzes, nämlich: '... nur ordnen sie das Komische auf ihrer Wertskala ganz woanders ein. Der Komiker ist ganz weit unten. Die Tragödie ist ganz oben.' "
Wer Loriot im Theater spielte, wurde bespöttelt.
Das hat nachgelassen: Inzwischen nahmen sich große Bühnen in prominenter Besetzung der Loriot-Szenen an, so Gunnar Möller und Christiane Hammacher am Schiller-Theater in Berlin - als Gastspiel einer Produktion der Komödie im Bayrischen Hof (München). Ja, Loriots Dramatische Werke haben regelrecht die deutschsprachigen Theater-Bühnen erobert: Seine "Szenen" waren in der Spielzeit 06 / 07 laut der Werkstatistik des Deutschen Bühnenvereins in der Liste der Werke mit den höchsten Aufführungszahlen an siebter Stelle. 48 222 Menschen hatten die fünf-Minuten-Dramen in 17 Inszenierungen mit 442 Aufführungen gesehen. (Da waren die Zahlen des Theater Neu-Ulm noch nicht einmal dabei, weil wir wegen der Überbürdung im bürokratischen Bereich für diese Statistik nicht gemeldet hatten.) Das, und die Anteilnahme an seinem Tod in diesen Tagen lassen vermuten, dass das Komische in der Werteskala weiter nach oben gerutscht ist.
Die Kunstfigur Loriot war (ist) verdammt politisch.
In der ARD-Reihe Deutschland, deine Künstler (Autorin Claudia Müller) wird deutlich: Die Kunstfigur Loriot war verdammt politisch. In einem besonderen Sinne. Pressemitteilung ARD: "Die Autorin erklärt ..., was die außergewöhnliche Kunstfigur Loriot gesellschaftlich so bedeutend macht: Ihr Werk sei zeitlos, weil es vollkommen ist. Weil Loriots Humor so 'liebevoll' und 'fein-geistig' ist. Weil er uns unsere eigenen Unzulänglichkeiten vor Augen hält, wie etwa unsere Unfähigkeit, miteinander zu kommunizieren oder die radikalen Unterschiede zwischen Mann und Frau. Ferner hat Loriot mit wachem Blick das Verhalten von Politikern und anderen Machtmenschen geschickt entlarvt und kleinbürgerliche Ordnungsprinzipien ad absurdum geführt."
Noch ein wenig Theorie
Allen, die noch etwas Theorie brauchen, dürfen wir hier die Fundamentalsätze des Großmeisters des hintersinnigen Humors (denn es in Deutschland ja angeblich gar nicht gibt) reichen, ordentlich zitiert, mit Fußnote (Quellen-Angabe):
„Dramatische Werke soll es seit etwa zweitausendfünfhundert Jahren geben. Das kann stimmen, es gab in Berlin schon Theateraufführungen, als ich noch Kind war. Man spielte damals Stücke von Shakespeare, Molière, Lessing, Goethe, Schiller, Kleist, Ibsen, Strindberg, Hauptmann und ähnliches. Heute sind die genannten Autoren unbekannt und ihre Werke in Vergessenheit geraten. Das Publikum ist anspruchsvoller geworden. Es erwartet die dramatische Verarbeitung von Problemen aus dem eigenen Lebensbereich.
Infolge mannigfaltiger Belastungen durch Beruf, Familie und Freizeit ist der moderne Mensch jedoch kaum noch imstande, sich auf ein mehrstündiges Bühnenwerk zu konzentrieren. Aus diesem Grunde überschreitet so gut wie keines meiner Dramen eine Länge von fünf Minuten. Damit sind sie dem biologischen Rhythmus von Menschen und weißen Mäusen angepasst.“
Ammerland, im Sommer 1981 / Aus Loriots Dramatische Werke, Diogenes Verlag 1981

Donnerstag, 7. Juli 2011

Enormer Rückenwind

Das Foyer des AuGuSTheater Neu-Ulm, bei den Vorstellungen der Theaterpreis-gekrönten Produktion "Helden auf dem Abstellgleis" bereits erfolgreich zum Spielort ("Café Abstellgleis") umgefixt, wird immer häufiger zur Location für besondere events Externer.

So heißt es in diesem Jahr vier mal "Grüner Salon" (beispielsweise am 12. Juni), bei dem Ekin Deligoez, stellvertretende Vorsitzende der "Grüne / Bündnis 90"-Fraktion im Bundestag, jedesmal als Moderatorin aktueller Gesprächsrunden mit anderen prominenten Experten zu brisanten Themen  fungiert; zum Christopher Street Day talkt die Community unter dem Titel  "neu ! Ulm outet sich"; und diese Woche präsentierte die bürgerschaftliche Initiative " Wir in Neu-Ulm" ihre druckfrische, aufwendige Informationsbroschüre "Neu-Ulm inside" der Öffentlichkeit.  Ein schönes Fest, Dank an und Ansporn für die Beteiligten zugleich, Abschluss einer Etappe und Startschuss für weitere in einem gleichzeitig vorgelegten Strategiepapier skizzierte Aktivitäten.

Die Broschüre informiert nicht nur über Potentiale der Neu-Ulmer Innenstadt, nein, sie bietet auch einen darüber hinaus gehenden Mehrwert: enthält sie doch jede Menge Boni und Rabatte, welche die im Heft vertretenen Firmen anbieten. Die Broschüre ist durch die Zusammenarbeit der Neu-Ulmer Innenstadt-Aktivisten zustande gekommen. Und auch das Fest, mit dem das erste Etappenziel gefeiert wurde, war eine Gemeinschaftsleistung mit Angeboten für Leib und Seele, erbracht vom in ganz ungewöhnlicher Weise beteiligten und engagierten Designbüro über Leute aus der Stadtverwaltung bis zu hin zu Gastronomen, Weinspezialisten, Bäckern, Metzgern, Konditoren und Helfern - sowie von uns Theatermenschen.

Der "Schirmherr" der ganzen Aktivitäten, Neu-Ulms OB Gerold Noerenberg, welcher viele der vorbereitenden Schritte persönlich begleitet hatte, zeigte sich ganz offensichtlich sehr angetan von so viel Neu-Ulm-Begeisterten und versprach hoch und heilig, auch das Weitere von Herzen zu unterstützen.

Zur Überraschung der Gäste hatten die Haus-"Herren"  den Abend eröffnet: Das Komödianten-Duo "Riese & Ko" (Claudia Riese und Heinz Koch), die nicht nur Gastgeber an diesem Abend waren, sondern sich mit viel Elan auch in dieser Initiative für die Stadt und die Bürgerschaft engagieren, startete mit einem knapp halbstündigen Comedy-Programm ins Fest.

Den vielen positiven Kommentaren nachher war zu entnehmen: Dem Publikum hat das Gebotene ausnehmend gut gefallen. Es gab sogar direkt nachher ein Anschluss-Engagement. Und so mancher fragte sich laut: "Wieso bin ich nicht früher schon öfter hier gewesen?" Insbesondere gibt es, juhu, durch den überzeugenden Auftritt enormen Rückenwind für das Projekt "Pocket-Klassiker-Biennale", welches ja Neu-Ulm wiederum etwas Besonderes bringt.

Zentrale Szene war übrigens die im Ruhrpottslang (Jürgen von Manger) hingefetzte und auf Schwäbisch (Luise Häberle) kongenial parierte Story, wie Heinz nach Neu-Ulm kam und von einer Passantin (wieder fulminant: Claudia) wissen wollte, wie er in die Ulmer City gelangt.
Neben der Broschüre ist auch längst ein Strategiepapier zur Zukunft von Neu-Ulm Innenstadt erarbeitet worden. Es wird demnächst auch offiziell der Stadt übergeben. In diesem Strategiepapier sind bereits weitere Aktivitäten skizziert, einiges ist schon in der Mache - so war der Abend, mit dem sich die Akteure vordergründig selbst feierten, Belohnung und Ansporn zugleich.

Neu-Ulm mausert sich ...


Sonntag, 4. April 2010

Landkreis Neu-Ulm - wo wir zu Hause sind

Blick von Ulm über die Donau nach Neu-Ulm

Gern schlage ich hier vor, den Landkreis Neu-Ulm ein mal virtuell zu besuchen. Wenn ich die website so anschaue, stelle ich erneut fest: Man sollte sich ruhig mal in seiner Umgebung umschauen!

Freitag, 26. März 2010

Wuppertal am Welttheatertag Schauplatz eines entfesselten Theaterbekenntnisses

"Freiwillige Aufgabe" wird gern missverstanden

Am 27. März ist Welttheatertag. Da wird die bislang größte gemeinsame Aktion der deutschsprachigen Theater über die Bühne gehen, in Wuppertal, wo man die "Wuppertaler Bühnen" über die Wupper gehen lassen will. Deshalb veranstaltet die Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein diese Großveranstaltung als Solidaritätsaktion, die auch von den Theaterfreunden der Wuppertaler Bühnen und des Sinfonieorchesters Wuppertal gefördert wird. An sechs Spielstätten in Wuppertal wird von mehr als 50 Theatern gespielt! Wuppertal soll Schauplatz eines entfesselten Theaterbekenntnisses sein.

Wer fährt schon nach Wuppertal, um sich eine Hose zu kaufen? Natürlich niemand. Aber Familien aus der Region kennen den Wuppertaler Zoo und Technikfreaks im weiteren Umkreis die Schwebebahn, das Wahrzeichen Wuppertals, ein ziemlich einmaliges Verkehrsmittel. Für weitaus mehr Menschen in aller Welt aber ist mit Wuppertal untrennbar verknüpft mit "Tanztheater" und dem Namen Pina Bausch. Und in dieser Stadt sollen also jetzt für die Theaterleute die Lichter ausgehen.

In einer Stadt, die Geburtsort einer ganzen Reihe bekannter Persönlichkeiten (darunter auch viel Künstler) ist; unter anderem stammen aus Wuppertal, beziehungsweise aus den Vorgängerstädten Barmen und Elberfeld: Friedrich Engels, der gemeinsam mit Karl Marx den Marxismus entwickelte, Friedrich Carl Duisberg, als Chemiker und Industrieller Ende des 19. Jahrhunderts maßgeblich an der Entwicklung der chemischen Industrie in Deutschland beteiligt, ebenso wie Friedrich Bayer, Gründer der Farbenfabrik Friedrich Bayer, heutige Bayer AG, die Lyrikerin Else Lasker-Schüler, Ferdinand Sauerbruch, der bedeutendste Chirurg seiner Zeit, der Philosoph Rudolf Carnap, ein bedeutender Vertreter des logischen Empirismus; weiter: Horst Tappert, die Schauspielerin Ann-Kathrin Kramer, der Schauspieler und Comedian Christoph Maria Herbst sowie auch Tom Tykwer; und der in Barmen geborene Johannes Rau war zwei Jahre Oberbürgermeister von Wuppertal, später langjähriger Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und achter deutscher Bundespräsident. Und noch ein bekannter Name: Alice Schwarzer wurde in Wuppertal geboren.

Mit diesen Namen verbindet sich einiges. Eine solche Stadt sollte eine Kulturstadt sein. Immerhin steht Wuppertal mit rund 355.000 Einwohnern von der Größe her an 17. Stelle in der Liste der deutschen Städte. Wie auch immer - die Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein will jedenfalls ein Zeichen setzen, lädt nach Wuppertal ein zur Feier des Welttheatertages 2010. Dabei protestieren über sechzig Theater und zahlreiche Persönlichkeiten aus Kunst, Politik und Wirtschaft gegen die finanzielle Auszehrung der Kommunen und der damit verbundenen Unterhöhlung des Selbstbestimmungsrechtes.

In einem Statement der Intendantengruppe heißt es: "Die Steuerpolitik von Bund und Ländern stellt nicht nur einen Verstoß des Konnexitätsprinzips dar, welches die Gesetzgeber auf den Ausgleich für die finanziellen Folgen ihrer Gesetze verpflichtet, sie unterwandert auch die Basis unserer Demokratie. Denn vor allem in den Kommunen wird Demokratie wirklich erfahrbar. Die ständig
sinkende Beteiligung an Wahlen hat in dem Zustand unserer Kommunen eine Ursache.

Wir befürchten, dass die in Wuppertal beabsichtigte Schließung des Schauspielhauses, das 1966 von Heinrich Böll eröffnet wurde und Schauplatz einiger der größten Tanztheater-Visionen von Pina Bausch war, sich zu einem Signal mit verheerenden Folgen in der viel bestaunten deutschen Theaterlandschaft ausweitet. Längst nämlich sind auch eine Reihe anderer Theater ähnlich bedroht.

Die Begründung, Kultur sei eine 'freiwillige Aufgabe' der Kommunen, ist angesichts der Geschichte Deutschlands ein zynisches Argument. Die Bundesrepublik ist der Nachfolgestaat der Nazi-Diktatur, in der Kultur und Sport gleichgeschaltet waren. Deshalb wurden sie in der Bundesrepublik als 'freiwillige Aufgabe' definiert. Die Kommunen sollten selbst entscheiden, wie sie Kultur und Sport fördern wollten. Die Bezeichnung 'freiwillige Aufgabe' beschreibt also ein Privileg, keine Beschränkung."

Holk Freytag, der Vorsitzender der Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein, schließt das Statement ab und stellt fest: "Die Bundesrepublik Deutschland gibt jährlich ca. zwei Milliarden Euro für die Theater und Orchester aus – das sind ziemlich genau 0,2 Prozent aller öffentlichen Haushalte. Wehren Sie sich gegen jeden Versuch, durch Kürzungen dieser Mittel unsere Jugend von der Fortschreibung unserer Kultur abzuschneiden und unsere Kommunen weiter auszuzehren."

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"Verbale Aufgeschlossenheit bei weitgehender Verhaltensstarre"

Gerade lese ich, was der Soziologe Ulrich Beck über Väter sagt, die zwar behaupten, mehr Bedeutung im Leben ihrer Kinder haben zu wollen, aber im Durchschnitt, das Wochenende eingerechnet, sich maximal 20 Minuten am Tag mit ihren Kindern beschäftigen. In etwa s abgewandelter Form erlebe ich das mit SchauspielerInnen, diese "verbale Aufgeschlossenheit bei weitgehender Verhaltensstarre". Schon allein, was manche da an Text von sich geben, Aufführung für Aufführung, und nicht merken, dass sie reinen Unsinn reden. Und wenn man sie drauf aufmerksam machen will, tun sie zwar so, als hörten sie zu, aber sie bleiben im hörbaren Unverständnis stecken. Da ändert sich nix. Zum Heulen! Und wenn man dann noch die weniger zu spezifizierenden Dinge  betrachtet möchte, wie innere Haltung, Darstellen ... Lassen wir es! Zum allgemeinen Aufheitern lieber hier ein Video:

Youtube

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Mittwoch, 24. März 2010

Bewusst ignoriert

Später sind viele schlauer. Früher schlauer sein - das ist es! Habt Ihr die Hysterie um die Schweinegrippe mitgemacht? Schon ganz am Anfang wussten Twitterer, dass da wahnsinnig übertrieben wurde, haben statistisches Material veröffentlicht, welches aber kaum jemand ernst genommen hat, weil damals (für heutige Verhältnisse liegt der Ausbruch der Schweinegrippe schon Lichtjahre zurück) Twitter noch nicht sooo ernst genommen wurde. Heute schreibt der Hausarzt bei Schweinegrippe nur eine halbe Woche krank, und "Der Spiegel"  publiziert die "Chronik einer Hysterie".

Hysterie gibt es ja schon länger. Allein das Wort deutet darauf hin (stammt ja schließlich aus dem Altgriechischen.) Problem ist nur: Wie merkt man frühzeitig, wann so eine neurotische Störung vorliegt. Ich hab noch nie verstanden, weshalb 50.000 Menschen im Münchener Olympiastadion zum Beispiel bei den "Stones" oder bei "Genesis" glauben, ein "Konzert" zu erleben. Das ist schon physikalisch nicht möglich. Ich diagnostiziere auch Hysterie bei denen, die glauben, man müsse "Avatar" gesehen haben. Ich hab mir den "Herr der Ringe" nicht angesehen und hab auch "Star wars" bewusst ignoriert wie früher wschon "Der weiße Hai".

Von den "top 250 all time" hab ich nicht mal ein halbes Dutzend gesehen. Titel kenne ich ne Menge, bloß gesehen, gesehen hab ich die Dinger nicht. Und dabei war um mich rum im Umfeld eines ominösen Filmstarts so manche Hysterie zu erleben. Als ich jetzt diese Liste der besten 250 aller Zeiten (die ich allerdings mit keiner anderen Liste der Besten aller Zeiten verglichen habe) genauer unter die Lupe nahm, fiel mir ein Streifen auf, den ich als Teen vor einem halben Jahrhundert gesehen hatte: die Nummer 136, The General aus dem Jahre 1926. Bis heute ist der Protagonist dieses Stummfilms, Buster Keaton, eine Autorität. Sein dead pan - da könnt ich hysterisch werden.

Ich könnte aber jetzt keine Liste der besten Filme aller Zeiten aus meiner Sicht erstellen. Wahrscheinlich hab ich überhaupt nur 75 gesehen - oder so. "Big Time" von Tom Waits war dabei. Das ist einer meiner Favoriten, noch heute (da erzähl ich vielleicht später mal von, von "Big Time"), auch "Und täglich grüßt das Murmeltier" ist bei mir ganz hoch gerankt. Und "Kiss kiss, bang bang" (ein Sonderfall von Film, o je, kann man daraus fürs Theatermachen lernen, obwohl man auf der Bühne nicht einen Bruchteil soviel Theaterblut verspritzen kann). Ach ja, Fellinis "La strada" ist auch auf der Liste der Top 250, es ist die Nummer 221. Dabei war die Giulietta Masina ("Gelsomina") lange meine Nummer 1, zu einer Zeit, als die ersten italienischen Gastarbeiter in den Baracken hinten versteckt in den Gärten hausten, zu einer Zeit also, als viele in hysterischen Anwandlungen mit Goggos und Lloyds unbedingt über die  Alpen mussten, nach bella Italia, wo alles am Strand von Rimini und anderswo möglichst rasch  krebsrot verbrannt sein wollte, aus lauter Hysterie, bei der Rückkehr nicht ausreichend Urlaubsbräune vorweisen zu können. Ich hatte weder Goggo noch Lloyd, geschweige denn einen Janus oder gar eine Isabella, ja, ich hatte nicht mal den Führerschein.

Jetzt mach ich Schluss, ach ja, nur noch eben die Frage: Wo muss man denn zur Zeit gerade drin gewesen sein?

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Sonntag, 21. März 2010

Die Welt ist wieder mal zum Speien

Ja, jetzt liegt dieser Sonntag (fast) hinter uns.
Er war durchwachsen, was das Allerweltsthema Wetter angeht.
Meist hab ich gefroren, obwohl doch der Frühling kommen sollte.
Ansonsten hab ich viel Zeit damit verbracht, einen Mitschnitt unserer gestrigen Aufführung editierbar zu machen.
Ich konnte die Aufnahme gar nicht vom Camcorder auf den PC bringen.
Wäre wichtig, weil wir zwei Schauspielerinnen für die Herbstaufführungen umbesetzen müssen und ihnen eine DVD zum Lernen der (Über)-Gänge zur Verfügung stellen wollten. Noch weiß ich nicht, ob ich zu Potte komme.

Ansonsten hab ich den "Spiegel" dieser Woche nachgelesen - ehe morgen der Neue kommt und ich so sehr im Verzug bin ... Die Lektüre hat mich wg. verschiedener Geschichten wieder völlig aus den Socken gehauen: Die Welt ist einfach zum Kotzen.

Nur wir, auf der Bühne, wir sind berechenbar - wir lügen ja eingestandenermaßen: Wir sind nicht die, die wir zu sein vorgeben, wir reden, was jemand anders uns (vor)geschrieben hat, wir tun so, als fühlten wir das, was wir zu fühlen vorgeben, und wir denken was ganz anderes als was die da unten glauben, was wir denken.

Das alles unterscheidet uns, wenn wir auf der Bühne unsere Arbeit machen, von denen, die so tun, als würden sie nicht spielen. Aber hallo: An dieser Stelle könnte ich Kuchen schreien wegen der miserablen Mimen namens Köhler, KaTe, WW, Bene und wie sie alle heißen.

Gut, gut, jetzt mach ich nch ein ganz wenig am PC, dann lern ich Text und morgen ist ein neuer Tag, mit Zahnarzt, Gymnastik und vielleicht einem Kabarettbesuch bei Venske und Busse (in Augsburg).

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Samstag, 20. März 2010

Was soll ich mit der Verantwortung


Wer ist verantwortlich? Was soll ich mit Verantwortung? Weg damit! So scheinen mir manche Zeitgenossinnen und Zeitgenossen zu denken. Als Künstler! Als Schauspieler! Sowas kann ich mir gar nicht vorstellen. Dass ich Verantwortung abgebe. Aber nach einer Vorstellung kommen mir immer wieder Gedanken. Ich kann nicht einfach abschalten. Hab ich alles gemacht, was ich kann? Hab ich Kunst geliefert? Schauspielkunst?
Manche reden sich raus: "Ich mach alles, was die Regie gesagt hat." Dabei ist schon fraglich, ob sie "die Regie" nun wirklich und wahrhaftig und üüüüberhaupt verstanden haben. Wenn jemand kritisch anmerkt: "Was ich da von Dir gerade auf der Bühne gesehen und gehört habe, finde ich etwas dünn." dann reden sie sich raus: "Aber genau so soll ich es machen - hat die Regie mir gesagt." 
Die Regie aber rotiert, weil die Actrice, der Acteur gar nichts verstanden hat. Da steht "die Regie" schön blamiert da. Sie ist für das Kunstwerk verantwortlich. Sie steht im Programmheft als Urheberin des Kunstwerks. Aber die Darsteller. die für ihre Darstellung - verdammt nochmal - verantwortlich zeichnen sollten,  reklamieren absolut nur bei  positiver Resonanz die Leistung für sich. Hat jemand was zu bemängeln, zu monieren, zeigen sie mit dem Finger auf  "die Regie", welche angeblich nicht richtig, nicht genau genug, völlig oberflächlich, total unkünstlerisch ... (Ihr wisst schon ....)
Das alles ist angesichts der wirklichen Probleme in der Welt nun absolut unbedeutend. Aber wenn Du von der Bühne kommst und damit leben musst, dann tangiert es Dich unmittelbar. Gute Nacht.

Mittwoch, 17. März 2010

Ein ungehobener Schatz

SchauspielerInnen arbeiten (überwiegend) auch mit Texten. Überwiegend mit Texten, die sie gelernt haben. Und dann sollen sie sie so sprechen, als ob diese Sätze gerade ihrem Denken entspringen würden. Und es soll sich fürs Publikum so anhören, als seien es die ureigenen Gedanken der Figur, welche die Sätze gerade spricht.

SchauspielerInnen sollten eben keine Sprechmaschinen sein. Nicht umsonst heißt es ja ein Fundamentalsatz: "Sag, was Du meinst, und meine, was Du sagst!"

Wie das realisiert wird, ist ... ja was?

Können? Intuition? Erfahrung? Handwerk? Kunst?

Und der Weg dahin? Was ist das? Wie geht man den?

Was tut die Regie bei all' dem?

Gerade finde ich beim Stöbern im net wieder mal ein Goldkorn: Erkenntnisse darüber, wie Sprache und Musik miteinander verschwistert sind. Ich hab mir vorgenommen, das sehr intensiv zu studieren. Ich ahne, hier liegt ein ungehobener Schatz - es sei denn, Ihr wisst jemand, der mit diesen Erkenntnissen in seiner Theaterarbeit schon arbeitet.

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Freitag, 12. März 2010

Was mich so umtreibt, künstlerisch, nachts

"Der nackte Wahnsinn" ist ein meist als Superkomödie verschlissenes böses Stück übern Theaterschmiere. Verschmieren ist schrecklich. Alles verschludern lassen, "ist doch wurscht", "das Publikum merkt doch nix". Wer in einer Schmiere verhaftet ist und noch einen Funken von irgendwas in sich spürt, findet das, was da in "Der nackte Wahnsinn" das Publikum zum Schenkelklopfen veranlasst, ganz und gar nicht lustig, sondern eher: Peinlich! Unverzeihlich! Unprofessionell! Verabscheuungswürdig.!

Übers Versteinern, das Erstarren gibt es noch kein Stück. Dabei ist das Versteinern, das Erstarren mindestens so übel wie das Verschmieren, also eher: Peinlich! Unverzeihlich! Unprofessionell! Verabscheuungswürdig!

Im Theater geht es doch um das Leben, ums Lebendige. Das Leben an sich ist Chaos. Ordnung ist Tod. Wer spielt lebt, und wer lebt, spielt.  "Ist doch egal" führt zum Verschmieren. Bewusst verändern-wollen, verbessern-wollen - das verhindert das Versteinern. Das aber setzt voraus, dass die (Schau-)Spieler wirklich spielen wollen, sich nicht an (vielleicht zur Premiere) Erreichtes klammern, den Prozess wollen, auf den Progress gierig sind, auf die Ausrede verzichten "Ich mach doch alles, was der Regisseur gesagt hat."

Es war schon immer eine Gemeinheit zu sagen: "Du hast dich überhaupt nicht verändert." Wer über einen längeren Zeitraum ein Stück spielt und dabei seiner Rolle keine neuen Facetten abgewinnt, die auch nach außen sichtbar werden, wer bei einer Wiederaufnahme 1 : 1 reproduzieren will, kann sich gleich einen Spaten nehmen.

Wenn ich in einem freien Ensemble (also da zumindestens doch!) arbeite, erwarte ich Lust auf  Leben, den Ehrgeiz, immer besser werden zu wollen, den Drang, Abend für Abend das Publikum gewinnen zu wollen. Wie selten treffe ich auf einen oder eine, der oder die mich im Laufe einer Aufführungsserie in diesem Sinne anheizt, anstachelt, antörnt, weiter voran zu kommen. Genauso selten treffe ich auf eine oder einen, die oder der mich im Laufe einer Aufführungsserie fragt, wie wir zusammen etwas weitertreiben könnten, dran rum-macht, wie man bestimmte Dinge besser setzt.

Mein Drang dazu wird eher als lästig empfunden, meine Versuche in diese Richtung werden abgewehrt, geblockt. Tipps? Will kaum noch jemand. Es können doch schon alle alles. Der Versuch, etwas weiter geben, an Erfahrungen teilhaben lassen zu wollen, wird  neuerdings sogar als "Mobbing" angesehen. Das ist der Hammer. Jeder Gastwirt kann seinen Angestellten, seien sie noch so lange schon bei ihm beschäftigt,  Anweisungen geben, wie sie das Verhalten gegenüber den Gästen verbessern. Schauspieler dagegen wollen einfach in Ruhe gelassen werden

Die allermeisten sind froh, wenn sie fertig sind. Bo eyh! Ein Schauspieler, der fertig ist. Die Sprechmaschine liefert ihren Text ab und führt die Abend für Abend rein äußerlich die Regieanweisungen aus. Er meint gar nie, was er sagt, hört einfach nie zu, reagiert nie wirklich, nimmt nie ab, setzt nie drüber. Glaubt nicht, dass ihm so niemand glaubt. Und dafür will er Applaus. Und Honorar.

Erhellend ist, was das Rechtslexikon-online zum Stichwort "Honorar" sagt:

"Honorar: Vergütung für freiberufliche Tätigkeiten.Das Wort entstammt dem lateinischen Wort 'honorarium', was soviel wie 'Ehrengeschenk' bedeutet.  Zu den freien Berufen gehören die Berufe, die aufgrund besonderer Qualifikation oder schöpferischer Begabung die persönliche, eigenverantwortliche und unabhängige Erbringung von Dienstleistungen höherer Art zum Gegenstand haben."
Wer freier Künstler sein will, (also der zumindestens doch!) sollte sich die Honorar-Definition (eine weitere lesenswerte Worterläuterung findet man hier) mal auf der Zunge zergehen lassen. "persönliche, eigenverantwortliche und unabhängige Erbringung von Dienstleistungen höherer Art". Aber hallo! Das ist zwar so wenig wirklich justitiabel wie das Gewissen im Grundgesetz. Aber: Gehen wir davon aus, dass die "Erbringung einer Dienstleistung höherer Art" bei vertraglichen Vereinbarungen zwischen freien Künstlern als Äquivalent für die Honorarzahlung betrachtet werden kann, da könnte ich manches Mal zweifeln, ob ich immer die volle Summe zahlen muss.

Wer muss was? Wer darf was? Was darf man fordern, wenn man zusätzlich zur eigenen künstlerischen Arbeit (als Darsteller, Regisseur) auch noch weiteres Risiko geht, indem man ein Haus mit allen damit zusammenhängenden Kosten betreibt, welches ja überhaupt die Basis bietet für (Honorar-)Vereinbarungen. Wer ist denn hier in welchem Sinne frei? Wie hoch darf  die künstlerische Latte gelegt werden? Was ist zu tun, wenn aus meiner in diesem Falle maßgeblichen Sicht heraus die Dienstleistung höherer Art meinen künstlerischen Ansprüchen nicht genügt und in einer mich nicht befriedigenden Weise, ja nicht mal ausreichend erbracht wird? Was ist mit Inspizienz und Abendregie?

In Kai Hensels "Klamms Krieg" sagt Klamm über den Lehrer, der den "pädagogischen Eros" nicht mehr verspürt: "... dann muss er aufgeben, sofort, ab in die Frühpensionierung, sonst wird er verrückt - oder er erschießt sich am besten gleich." Das gilt analog für den Schauspieler, der den zu seinem Beruf gehörenden Eros nicht mehr spürt, der (immer ganz) fertig ist: "... dann muss er aufgeben ..."

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Mittwoch, 10. März 2010

Dr. Faust, die faule Sau

Jetzt hab ich gerade nochmals nachgelesen: Faust war einfach faul. Er wollte jünger werden, fast um jeden Preis. Aber er wollte sich nicht anstrengen müssen. (Wieso fällt mir bei der Lektüre eigentlich der eine oder andere Schwadroneur ein, der von anderen Leistung verlangt, selbst aber auch noch nie einen Spaten in der Hand gehabt hat - außer bei dem einen oder anderen Spatenstich, der ja gemeinhin nur Show ist?)

Mephistopheles:
...
Dich zu verjüngen, gibt's auch ein natürlich Mittel;
Allein es steht in einem andern Buch,
Und ist ein wunderlich Kapitel.

Faust:

Ich will es wissen.

Mephistopheles:

Gut! Ein Mittel, ohne Geld
Und Arzt und Zauberei zu haben:
Begib dich gleich hinaus aufs Feld,
Fang an zu hacken und zu graben
Erhalte dich und deinen Sinn
In einem ganz beschränkten Kreise,
Ernähre dich mit ungemischter Speise,
Leb mit dem Vieh als Vieh, und acht es nicht für Raub,
Den Acker, den du erntest, selbst zu düngen;
Das ist das beste Mittel, glaub,
Auf achtzig Jahr dich zu verjüngen!

Faust:

Das bin ich nicht gewöhnt, ich kann mich nicht bequemen,
Den Spaten in die Hand zu nehmen.
Das enge Leben steht mir gar nicht an.

Mephistopheles:

So muß denn doch die Hexe dran.

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Samstag, 6. März 2010

Ein aktueller Gedanke

"Kultur und Bildung sind keine herrschaftsfreien Räume. Denn insbesondere über Kultur oder die Teilhabe an bestimmten kulturellen Ereignissen werden Unterschiede in einer Gesellschaft definiert. Bayreuth und Salzburg seien hier nur als Beispiele genannt."

Ein Zitat aus einem Interview mit dem Elitenforscher Michael Hartmann, das zu lesen sich angesichts der anhalten Diskussion zum Thema "Bildung" lohnt.

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Freitag, 5. März 2010

Passt auf!


Allen (freien) Künstlerkollegen, die sich selbst vermarkten (müssen), möchte ich meine jüngste Erfahrung weitergeben: Verhandelt nicht über Auftritts-Konditionen an Tagen, an denen Eure Stimmung ohnehin nicht die allerbeste ist.

Wenn Ihr schon sowieso mies drauf seid wegen des anhaltend schlechten Wetters zum Beispiel, wegen etwaiger Soft- und Hardware-Probleme, Schwierigkeiten mit den Telekommunikationsverbindungen, weil Ihr einen anonymen Brief aufgemacht und gelesen habt, statt ihn ungelesen in den Papierkorb zu werfen, oder weil Ihr ein Paket  angenommen habt, dessen Annahme Ihr Euerem Bauchgefühl folgend hättet verweigern sollen - also an solchen Tagen solltet Ihr nicht auch noch über die Konditionen eines Auftrittes im Rahmen irgendeiner Betriebsfeier oder eines runden Geburtstages verhandeln.

Ich habe die Warnsignale missachtet und bin aufpeflatscht, aber wie! Der Veranstalter, der nicht ganz genau weiß, wieviele seiner Einladung folgen werden ("50, 60 oder auch das ganze Dorf"), will zwar "ne große Sause mit allem Pipapo machen", aber bezüglich der Gage schlägt er vor: "Ach, wissen Sie was - ich lade Sie einfach auch ein. Da können Sie fressen und saufen, soviel Sie wollen."

Und er wundert sich, dass ich nicht vor Freude im Sechseck springe ... Ich gestehe: Mir hat es den Tag vollends verhagelt. Mein Tipp also: Passt auf! Prüft, ob die Zeit zum Verhandeln günstig ist.

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Sonntag, 28. Februar 2010

Frauen verdienen ab 26. März

Kerzenlicht-DinnerAuftritt bei Kerzenlicht-Dinner anlässlich "equal pay day ,-

Claudia Riese tritt mit einem Sonderprogramm auf bei einer Veranstaltung von "Business and Professional Women" (BPW) Ulm im Zusammenhang mit dem "Equal Pay Day". Dieser Aktionstag für Entgeltgerechtigkeit zwischen Männern und Frauen, findet am 26. März 2010 statt, somit sechs Tage später als 2009. Hintergrund der Terminverschiebung ist der geschlechtsspezifische Lohnabstand zwischen Männern und Frauen, der sich in Deutschland nach jüngsten Statistiken von 22 auf 23 Prozent nach hinten verschoben hat. Deutschland bildet damit nach wie vor eines der Schlusslichter in der Europäischen Union, in der Frauen nach jüngsten Statistiken im Durchschnitt 17,4 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen.

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Mittwoch, 24. Februar 2010

das blog des Monats auf theaterblogs.de: AuGuSTheater Neu-Ulm

Wer's nicht weiß: "theaterblogs.de" ist das kompletteste Portal für Theaterleute. Überwiegend Schauspieler und Schauspielerinnen, aber auch Regisseure, Ausstatter, Dramaturgen und andere Berufe sind da vertreten, einige wenige Ensemble, aber außer uns kein Theater. "theaterblogs.de" ist der Zwilling von "theaterjobs.de" (mit dessen Hilfe wir vom AuGuSTheater Neu-Ulm in den letzten Jahren per Stellenausschreibung fast ausschließlich alle Vakanzen besetzt haben - und zwar mit sehr guten Kolleginnen und Kollegen).

Gerade hat die Moderatorin (Administratorin) von "theaterblogs.de", Renate Panke, unser blog zum "blog des Monats" gekürt. Warum das so ist, hat sie hier auf "theaterblogs.de" ausführlich begründet.

Blogs des Monats:

Autonomes Goethe- und Schiller-Theater

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Sie waren schon einmal "Blog des Monats", die Macher vom AuGuSTheater Neu-Ulm. Mehr als drei Jahre liegt das jetzt zurück – theaterblogs.de steckte seinerzeit noch in den Kinderschuhen. Und sie haben es sich wirklich verdient, ein weiteres Mal in dieser Rubrik zu stehen. Denn bei Heinz Koch und Claudia Riese handelt es sich um Internetaktivisten der Sonderklasse. Kaum ein anderer Theaterblogger / eine andere Theaterbloggerin schreibt so eifrig, probiert mit dermaßen viel Spaß neue Dinge aus oder zeigt einen solch langen Atem wie das Duo aus Bayern. Man fragt sich immer, wo nehmen die beiden bloß die Zeit und die Power her?
In ihrer Anfangszeit firmierten sie noch unter dem Namen "Provinzticker". Doch während wir anderen uns erst langsam ans Bloggen herantasten mussten, griffen die beiden sofort begierig nach allen Blogwerkzeugen, die sie nur kriegen konnten und warfen ihre Infos spielerisch-lustvoll ins Netz: Hier eine Meinung zum Weltgeschehen, dort ein Zitat, da ein interessanter Link, flugs ein anderes Blogprofil, schnell noch eine Freundschaft geschlossen oder einen Beitrag auf einem der anderen Blogs kommentiert. Wer den Blog des AuGuSTheaters aufrief, war geblendet von einem Potpourri an Bildern in wilden Farben und in allen Größen, ergänzt mit selbstgemachten Videos, so dass dem Besucher ganz blümerant vor Augen wurde.
"Die ticken richtig", lautete jener Zeit selbstbewusst der Bloguntertitel des AuGuSTheaters. Wer sich das rasante Tempo vergegenwärtigt, mit dem die Neu-Ulmer in den vergangen drei Jahren die schöne neue Welt des Mitmachinternets durchfegt und deren Potenziale für sich genutzt haben, dem bleibt wohl nur festzustellen, dass bei den beiden tatsächlich eine ganze Menge richtig ticken muss.
Obwohl das Bloglayout des einstigen „Provinztickers“ im Laufe der Zeit etwas gediegener und strukturierter geworden ist – nun wird auch auf den vollen Namen "Autonomes Goethe- und Schiller-Theater Neu-Ulm" Wert gelegt – hat das Theaterleiter-Duo in punkto Webaktivität nichts an Vitalität verloren. Im Gegenteil: Twitter, Xing, myspace, facebook, mixxt, sevenload, youtube – kein Kanal des Web 2.0, auf dem die beiden nicht zu hören, zu sehen oder zu lesen wären. Und das sind nur die gängisten. Wer die gesamte Liste an sozialen Netzwerken, Bloggergemeinschaften, Foto- und Video-Plattformen etc. sehen möchte, bei denen das AuGuSTheater mitmischt, der sei auf ihre Website-Rubrik "net-Präsenz" verwiesen.
Theaterleiter Claudia Riese und Heinz Koch nutzen besser denn je alle Register, um sich und ihr Theater im Web zu präsentieren. Und damals wie heute lässt sich das Profil des Blogs mit nur einem Satz auf den Punkt bringen: „Wer bin ich - und wenn ja - wie viele?“
Renate Panke
Hier gibt es die Blogs der vergangenen Monate


Zooners - ein innovatives Tool

Gezeigt am Beispiel des Stückes "Liebe & andre Katastrofen Passen Männer und Frauen überhaupt zusammen?"
Klicken Sie, bitte, hier: AuGuSTheater Neu-Ulm

Montag, 22. Februar 2010

Was machen wir denn da? Grade ...

Facebook fragte mich gerade wieder: "Was machst Du gerade?" Antwort: Ich wunder mich: Die Suche nach "Allah" auf Facebook hat 2600 Ergebnisse für Seiten. Die Seite "I love Allah" steht an erster Stelle und hat 1.439.223 Fans, an zweiter Stelle kommt "Ka'aba - The House of Allah" (Religiöse Gemeinschaft) mit 1.325.001 Fans; und selbst die drittplazierte Seite ("99 Names of Allah" / Religiöses Zentrum) hat noch beinahe 630.000 Fans. Gruppen werden unter edem Begriff "Allah" rund 61.000 gelistet.
Gibst Du bei der facebook-Suche "Herr Gott" ein, kommt fast nix. Schlappe 6.300 Ergebnisse. Zwei Zugänge ohne Profilbild (und noch ohne Freunde) mit dem user-Namen "Herr Gott" vermelden beim Draufklicken "Herr teilt nur bestimmte Informationen mit allen Nutzern. Wenn du Herr kennst, füge ihn als Freund hinzu."
Dann gib einfach mal nur "Gott" ein. Hui: An oberster Stelle steht "Gott Vater" (der hat nur einen Freund - mich), darunter kommen schon diverse Gottfrieds, Gottschalks und die Ermute Gott sowie (an siebter Stelle) die heiße Lindi Gotti (http://ow.ly/19ZTK), also eine Göttin.
Wer versucht, den account Herr Gott zu schalten, guckt in die Röhre. Dafü gibt es auf Twitter @Gott. Aber ganz ehrlich: Aus meiner Sicht ist auch der account ziemlich - na,ja...

Viele angemeldet für heutigen Ulmer webmontag

Boh eyh - da sind ja jede Menge Leute zum heutigen webmontag in #Ulm angemeldet!