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Mittwoch, 24. Februar 2010

das blog des Monats auf theaterblogs.de: AuGuSTheater Neu-Ulm

Wer's nicht weiß: "theaterblogs.de" ist das kompletteste Portal für Theaterleute. Überwiegend Schauspieler und Schauspielerinnen, aber auch Regisseure, Ausstatter, Dramaturgen und andere Berufe sind da vertreten, einige wenige Ensemble, aber außer uns kein Theater. "theaterblogs.de" ist der Zwilling von "theaterjobs.de" (mit dessen Hilfe wir vom AuGuSTheater Neu-Ulm in den letzten Jahren per Stellenausschreibung fast ausschließlich alle Vakanzen besetzt haben - und zwar mit sehr guten Kolleginnen und Kollegen).

Gerade hat die Moderatorin (Administratorin) von "theaterblogs.de", Renate Panke, unser blog zum "blog des Monats" gekürt. Warum das so ist, hat sie hier auf "theaterblogs.de" ausführlich begründet.

Blogs des Monats:

Autonomes Goethe- und Schiller-Theater

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Sie waren schon einmal "Blog des Monats", die Macher vom AuGuSTheater Neu-Ulm. Mehr als drei Jahre liegt das jetzt zurück – theaterblogs.de steckte seinerzeit noch in den Kinderschuhen. Und sie haben es sich wirklich verdient, ein weiteres Mal in dieser Rubrik zu stehen. Denn bei Heinz Koch und Claudia Riese handelt es sich um Internetaktivisten der Sonderklasse. Kaum ein anderer Theaterblogger / eine andere Theaterbloggerin schreibt so eifrig, probiert mit dermaßen viel Spaß neue Dinge aus oder zeigt einen solch langen Atem wie das Duo aus Bayern. Man fragt sich immer, wo nehmen die beiden bloß die Zeit und die Power her?
In ihrer Anfangszeit firmierten sie noch unter dem Namen "Provinzticker". Doch während wir anderen uns erst langsam ans Bloggen herantasten mussten, griffen die beiden sofort begierig nach allen Blogwerkzeugen, die sie nur kriegen konnten und warfen ihre Infos spielerisch-lustvoll ins Netz: Hier eine Meinung zum Weltgeschehen, dort ein Zitat, da ein interessanter Link, flugs ein anderes Blogprofil, schnell noch eine Freundschaft geschlossen oder einen Beitrag auf einem der anderen Blogs kommentiert. Wer den Blog des AuGuSTheaters aufrief, war geblendet von einem Potpourri an Bildern in wilden Farben und in allen Größen, ergänzt mit selbstgemachten Videos, so dass dem Besucher ganz blümerant vor Augen wurde.
"Die ticken richtig", lautete jener Zeit selbstbewusst der Bloguntertitel des AuGuSTheaters. Wer sich das rasante Tempo vergegenwärtigt, mit dem die Neu-Ulmer in den vergangen drei Jahren die schöne neue Welt des Mitmachinternets durchfegt und deren Potenziale für sich genutzt haben, dem bleibt wohl nur festzustellen, dass bei den beiden tatsächlich eine ganze Menge richtig ticken muss.
Obwohl das Bloglayout des einstigen „Provinztickers“ im Laufe der Zeit etwas gediegener und strukturierter geworden ist – nun wird auch auf den vollen Namen "Autonomes Goethe- und Schiller-Theater Neu-Ulm" Wert gelegt – hat das Theaterleiter-Duo in punkto Webaktivität nichts an Vitalität verloren. Im Gegenteil: Twitter, Xing, myspace, facebook, mixxt, sevenload, youtube – kein Kanal des Web 2.0, auf dem die beiden nicht zu hören, zu sehen oder zu lesen wären. Und das sind nur die gängisten. Wer die gesamte Liste an sozialen Netzwerken, Bloggergemeinschaften, Foto- und Video-Plattformen etc. sehen möchte, bei denen das AuGuSTheater mitmischt, der sei auf ihre Website-Rubrik "net-Präsenz" verwiesen.
Theaterleiter Claudia Riese und Heinz Koch nutzen besser denn je alle Register, um sich und ihr Theater im Web zu präsentieren. Und damals wie heute lässt sich das Profil des Blogs mit nur einem Satz auf den Punkt bringen: „Wer bin ich - und wenn ja - wie viele?“
Renate Panke
Hier gibt es die Blogs der vergangenen Monate


Zooners - ein innovatives Tool

Gezeigt am Beispiel des Stückes "Liebe & andre Katastrofen Passen Männer und Frauen überhaupt zusammen?"
Klicken Sie, bitte, hier: AuGuSTheater Neu-Ulm

Donnerstag, 18. Februar 2010

Diese bescheuerte Kopplung von Relevanz und Unterhaltung

Da findet sich ein Interview mit Nis-Momme Stockmann in der Südwest Presse, in dem der junge Dramatiker ein paar Sachen loslässt, die zu diskutieren sich lohnen würde. Ob es dazu kommt?
Ich greife mal heraus seine Antwort auf die Frage
Was würden Sie gerne am Theaterbetrieb verändern?
STOCKMANN: "Alles. Und auch wieder nichts. Irgendwie zählt man sich doch auch immer ein Stück weit dazu, wenn man zu reformativ daher kommt. Und das will man dringend vermeiden, wenn man den Betrieb kennt.
Um den bleibenden Schaden des Anachronismus abzuwenden (also vor allen Dingen das Fernbleiben junger Menschen), wäre es für das Theater wichtig, sich zu ent-eiteln. Denn in Wahrheit - so nimmt das die ganze Außenwelt wahr - ist es an der Grenze zum Peinlichen, mit dem Begriff "Regisseur" und/oder vor allen Dingen "Dramatiker" sich und allen anderen eine Zeitgemäßheit vorzugaukeln.
Theatereitelkeit ist doppelt tugendschlecht: Weil der Betrieb eben so krötig in seiner eigenen Schlacke hockt, fehlt einem oft noch dazu die soziale Feinmotorik, die Albernheit als solche wahrzunehmen.
Eine großartige Veränderung wäre es, wenn Theater wieder ein Ort wäre, an dem polarisiert wird, an dem große Reibung stattfindet.
Aber auch hier gilt meist: Ich geh mit der Meinung raus, mit der ich reinging, und diese teile ich mit Regisseur und Autor. Ich nehme mich da nicht aus.
Auf dem Papier ist Theater aber ein Ort mit der Möglichkeit, unbequeme Diskurse anzustoßen und zu debattieren. Aber vielleicht ist das viel. Reichen würde auch schon, wenn das Theater einfach mal den Mut hätte, 'nur' unterhaltend zu sein und es diese bescheuerte Kopplung von Relevanz und Unterhaltung in dasselbe Archiv steckte, wo auch schon das interaktive Theater sein verdientes Ende fristet.
Theater kann aber auch ganz groß sein, anarchistisch, beseelt, lebendig und bunt - so wie kein anderes Medium. Wenn es darf. Und es darf, wenn es will."
Ja ---- jetzt aber - das lass ich mir nochmal auf der Zunge zergehen: "Reichen würde auch schon, wenn das Theater einfach mal den Mut hätte, 'nur' unterhaltend zu sein und es diese bescheuerte Kopplung von Relevanz und Unterhaltung in dasselbe Archiv steckte, wo auch schon das interaktive Theater sein verdientes Ende fristet."
Info: Nis-Momme Stockmanns Stück "Kein Schiff wird kommen" feiert am Freitag, 19. Februar 2010 Uraufführung in Stuttgart.